An der Wand sollten nicht möglichst viele Urkunden und Diplome hängen, sondern Spiegel.

Als Lehrer eines Oshiro Dōjōs stehen wir in einer lebendigen Tradition der alten Kampfkünste Okinawas. Durch regelmäßige öffentliche Lehrgänge und private Trainingseinheiten mit Oshiro Toshihiro Shihan (9. Dan) bilden wir uns kontinuierlich weiter.
Wir haben das große Privileg, von einem Menschen zu lernen, der sein Leben der technischen Erforschung, kritischen Hinterfragung und Weitergabe des Shōrin-Ryū Karate und des Yamanni-Ryū Kobudō gewidmet hat. Sein umfassendes Wissen, seine langjährige Erfahrung und sein unermüdliches Streben nach technischem Verständnis prägen unseren eigenen Weg und unser Training nachhaltig.
Der Satz „Wer meint, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden“ trifft insbesondere auf diejenigen zu, die den Weg der Kampfkunst beschreiten. Diesen Weg sollte man nicht mit dem Ziel beginnen, möglichst schnell einen Schwarzgurt umbinden zu dürfen. Anfangs mag man vielleicht denken, mit dem schwarzen Gürtel um die Hüfte sei alles erreicht. Doch wer dies glaubt, könnte enttäuscht werden: Mit dem Schwarzgurt ist der Weg keineswegs abgeschlossen – im Gegenteil, er beginnt erst richtig.
Leider hat sich ein bedauerlicher Trend verfestigt, bei dem vor allem westliche Mentalitäten auch in Japan in manchen Stilrichtungen dazu führen, dass eine bestimmte Anzahl an Lehrgängen besucht wird, um anschließend gegen die Zahlung eines Geldbetrages automatisch immer höhere Schwarzgurtgraduierungen zu erhalten. Graduierungen im Danbereich verlieren zunehmend an Wert, wenn Ego, Machtstreben oder das Anwerben möglichst vieler zahlender Schüler im Vordergrund stehen. Sie werden zur Massenware und verlieren damit ihre eigentliche Aussagekraft über die technischen Fähigkeiten und die persönliche Entwicklung des Übenden.
Für jede Stufe der Entwicklung sollte man sich Zeit nehmen, sie bewusst erleben und sich immer wieder selbst im Spiegel betrachten. Denn der Spiegel zeigt uns unverblümt unseren tatsächlichen technischen Stand. Diesen fortwährenden Willen zur Selbstreflexion und zur ehrlichen Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten sollten wir niemals verlieren.
Meiner persönlichen Meinung nach sollten wir bestimmte Dan-Graduierungen den Okinawanern oder auch den Japanern gänzlich überlassen. Allzu häufig lässt sich außerhalb Japans beobachten, dass aus übertriebenem persönlichem Ehrgeiz oder aufgrund der größeren Außenwirkung nach möglichst hohen Dangraduierungen gestrebt wird. Ein solches Streben widerspricht jedoch dem eigentlichen Hintergrund und Sinn dieser Graduierungen und führt sie letztlich ad absurdum.
Der wahre Wert einer Graduierung zeigt sich nicht in der Höhe des Dan-Grades, sondern in dem, was der Mensch auf seinem Weg gelernt, verstanden und weiter zu geben in der Lage ist.



Oshiro Toshihiro Shihan (9. Dan Karate, 8. Dan Kobudō) wurde am 1. Mai 1949 in Haneji auf Okinawa geboren.
Seine Ausbildung im Yamanni-Ryū erhielt er in persönlicher Unterweisung von Kishaba Chōgi (1934–2017). Im Saijutsu wurde er von Kishaba Chōkei (1929–2000) unterrichtet. Zu seinen Lehrern im Karate zählen Nagamine Shōshin und Shima Sensei.

Über mehrere Jahrzehnte widmete sich Oshiro Toshihiro einer intensiven Erforschung des Yamanni-Ryū sowie des Karate. Dabei hinterfragte er als einer der wenigen okinawanischen Meister die moderneren, überlieferten Formen und Interpretationen des okinawanischen Karate und Kobudō grundlegend. Insbesondere beschäftigte er sich mit der Frage, wie es im Laufe der Zeit (bereits ab dem 19. Jhdt) zu Vereinfachungen, Veränderungen und teilweise auch zum Verlust ursprünglicher technischer Prinzipien kommen konnte.
Aus diesen langjährigen Untersuchungen entwickelte Oshiro Toshihiro einzigartige und zugleich nachvollziehbare Rückschlüsse auf die alte, hochentwickelte Bewegungsmotorik und die dahinterliegenden technischen Ideen. Sein Ansatz beschränkt sich dabei nicht auf das bloße Bewahren überlieferter Formen. Vielmehr versucht er, deren ursprüngliche Funktion, Bewegungsprinzipien und technische Logik zu verstehen und für das heutige Training wieder zugänglich zu machen.
Wer seine Bewegungsdynamik sieht, spürt sofort, dass etwas anders ist – feiner, eleganter aber dennoch höchst kraftvoll und effizient. Die Kata erscheinen in einer unglaublich ansprechenden Lebendigkeit. Das vergessene „Geheimnis“ hinter den Kata des Karate, sagt Shihan, beginnt mit der imaginären Präsenz des Gegners und dem steten Schutz der Mittellinie (Seichusen). Daraus resultiert, wie man sich im Raum entlang bewegt (Enbusen und Schwerpunktverlagerung). Techniken sollen über alle Distanzen effektiv sein, beginnen bei quasi 0cm. Bewegungen erfordern das bewusste Einsetzen von Gamaku. Also mehr dem Tailenbereich, als dem darunter liegenden Hüftbereich. Sein Ansatz umfasst das bewusste Verlagern des eigenen Schwerpunktes nach ausserhalb der eigenen Standfläche (dynamische statt statische Stände) und den effektiven Einsatz aller Gelenke und Muskeln des Körpers durch eine zielgerichtete Streckspannung, nicht als pauschale Anspannung am Ende einer Technik. Weitere entscheidende Faktoren sind das Setzen der Füße, das Verbergen der eigenen Intention vor dem Gegner, sowie das Verschleiern der Arm-/ Beintechniken in der eigenen Körperbewegung. Dies sind wesentliche Prinzipien seiner Form der alten Kampfkunst und ihrer Kata, welche in den modernen Karatestilen so nicht mehr zu finden sind. Interviews und Videos von und mit Shihan sind hier zu finden.

Bis zu seinem Austritt aus dem RBKD im Jahr 2025, war Roberto Romero Sensei (zuletzt 5. Dan) unser Senpai (Senior Lehrer) in Deutschland. Wir bildeten uns regelmässig in öffentlichen wie auch in privaten Unterrichtseinheiten bei ihm weiter. Im Jahr 2009 führte er mich zu Oshiro Shihan. Derzeit stehen Jörg Rippert, Ralf Smolin und Steven Utracik an der Spitze des RBKD in Deutschland.
In der Gruppe des Oshiro Dojo Hamburg unterrichten

Dojogründer: Oliver (geb. 1974)
(3. Dan Hachiman & Mugai Mushoukai Ryu Battojutsu), 2. Dan Shotokan Karate, 2. Dan Shima Ha Shorin Ryu Karate, 2. Dan Yamanni Ryu Kobudo.
Seit über 35 Jahren begeistere ich mich für den Weg und die Philosophie der asiatischen Kampfkünste. Diese Faszination erfasste mich bereits im Kindesalter vor über 40 Jahren, wenn man meinen Einstieg in das Florettfechten im Alter von sieben Jahren mit einbezieht. Lernen wollte ich damals den Schwertkampf. Meine Eltern brachten mich zum Fechten.
Geboren wurde ich 1974. Im Jahr 1988 begann ich schließlich mit dem Training des Shotokan Karate. Bei den sehr erfahrenen Karatelehrern R. Waliczek (3. Dan) und J. Töpfer (6. Dan) war ich von Anfang an hervorragend aufgehoben. Ihre Erfahrung und ihr Unterricht legten wichtige Grundlagen für meinen weiteren Weg. Die vielseitige Art der Körperbewegung und der kraftvolle Ausdruck der Techniken faszinierten mich so sehr, dass mein Trainingspensum bald auf fünf Tage pro Woche anwuchs und ich in mehreren Vereinen trainierte. Die Begeisterung für das Training, die Suche nach technischem Verständnis und die Freude an der körperlichen Entwicklung wurden zu einem festen Bestandteil meines Lebens. Joachim und Reinhold bin ich bis heute sehr dankbar. Die vielen gemeinsamen Jahre und Erfahrungen möchte ich nicht missen, denn sie haben meinen persönlichen Weg in der Kampfkunst nachhaltig geprägt.
Nach etwa 15 Jahren intensiver Praxis begann ich mich zunehmend für die Hintergründe und Wurzeln des Karate zu interessieren. Immer mehr Fragen zu Technik, Prinzipien und deren ursprünglicher Bedeutung kamen auf. Die Qualität der Antworten, die ich in der mir bekannten Karatewelt erhielt, empfand ich zunehmend als unbefriedigend. Der reine Sportaspekt sowie die moderne Interpretation und Vermarktung der Kampfkunst stellten mich zunehmend nicht mehr zufrieden. Zu groß war das Augenmerk vieler Verbände auf den Wettkampf und auf die öffentliche Darstellung ihrer Sieger. Auch zahlreiche Bücher, die ich zu diesem Thema las, brachten häufig nur vage Hinweise, ohne für mich eine tiefere technische Relevanz zu besitzen.
So begab ich mich auf eine langjährige Suche, während derer ich verschiedene Karate-Stile parallel trainierte. Doch immer wieder blieben wesentliche Fragen unbeantwortet. Ob hier oder dort – vieles schien im Laufe der Zeit verändert worden zu sein, ohne dass es dafür wirklich zufriedenstellende Erklärungen gab.
Gleichzeitig besuchten Karateka aus dem Westen okinawanische Meister und erhielten Kataabläufe vermittelt, die bis dahin außerhalb Okinawas weitgehend unbekannt waren. Solche Abläufe ließen sich anschließend als Lehrvideos vermarkten und mit einigen Anwendungen ergänzen. Doch auch dabei blieb vieles an der Oberfläche. Die Karateka übertrugen häufig die Bewegungsmotorik ihres modernen Hauptstils auf die neu erlernte, alte Kataform. So entstand zwar eine äußerlich neue Form, die zugrunde liegende Bewegungsweise blieb jedoch weitgehend die alte. Somit wurde lediglich eine äußere Form der Kata gezeigt, ohne deren tieferliegende Bewegungsprinzipien tatsächlich zu vermitteln.
Für mich fehlte deshalb immer dieses gewisse Etwas, das einen wirklich deutlichen Unterschied zu dem bereits Bekannten ausmachte. Die äußere Form allein schien nicht der Schlüssel zu sein. Ich begann zu verstehen, dass sich hinter einer alten Kata weit mehr verbergen musste als eine Abfolge von Techniken – nämlich eine eigene Bewegungslogik und eine besondere Art, den Körper einzusetzen.

Auf der Suche nach Verbindungen des Schwertes zum Karate, gesellte sich 2007 die japanische Schwertkunst „Iaido“ unter Cornelius Lockau Sensei (5. Dan) in mein Trainingsprogramm. Insbesondere beschäftige ich mich mit den Kata der Hasegawa Eishin Ryu Schule. Parallelen zu Bewegungen des Karate tauchten direkt auf. Auch im Iaido hat das Hiki-Te eine sehr wichtige Bedeutung. Während das Hiki-Te im Karate eher den Charakter eines Platzhalters für alle möglichen Anwendungen hat, dient diese Bewegung beim Schwert der schnelleren Einsatzbereitschaft der Klinge.
Während meiner Vorbereitungen auf den 3. Dan im Shotokan Karate, begegnete ich schließlich Roberto Romero Sensei und lernte durch ihn auch Oshiro Toshihiro Shihan kennen. Seit 2008 bin ich nun Schüler dieser beiden Meister.
Der Unterschied zwischen ihrem Karate und dem, was ich bis dahin kannte, kam zunächst beinahe einem Kulturschock gleich. Gleichzeitig war mir sofort klar, dass ich gefunden hatte, wonach ich so lange gesucht hatte. Die Erfahrung und die Erkenntnisse, die sich mir dadurch eröffneten, machten den enormen Aufwand der notwendigen Umstellung mehr als wett.
Diese Veränderung bedeutete allerdings auch, einen Teil dessen loszulassen, was ich mir über Jahrzehnte zuvor erarbeitet hatte. Vieles musste hinterfragt, neu erlernt und teilweise sogar vollständig umgestellt werden. Das Können dieser Meister sowie die Plausibilität und praktische Anwendbarkeit ihrer Techniken hatte ich in dieser Form zuvor nirgendwo erlebt. Oshiro Shihans Dynamik, Flexibilität und Leichtigkeit der Bewegung bei gleichzeitiger Effektivität sind meiner Meinung und Erfahrung nach beispiellos. Natürlich erfordert es intensives Training, stetige Selbstreflexion und viel Schweiß, um sich diese faszinierende Form kämpferischer Bewegung anzueignen. Sie unterscheidet sich in nahezu allen wesentlichen Aspekten von den moderneren Ansätzen hinsichtlich Technik, Bewegungsprinzipien und Kraftgenerierung. Gleichzeitig bewahrt sie einen wertvollen Teil des okinawanischen Kulturvermächtnisses und nutzt die überlieferten Kata des Karate auf eine für mich äußerst stimmige und nachvollziehbare Weise. Gerade die Verbindung von historischer Bewegungslogik, technischer Effektivität und lebendiger Überlieferung macht diesen Weg für mich so außergewöhnlich.
Im Jahr 2009 führte ich das Shōrin-Ryū Karate und Yamanni-Ryū Kobudō in Hamburg ein. Der Unterricht fand von Beginn an im Rahmen des Sportangebotes der HTBU e. V. in Hamburg-Barmbek statt.


Im Jahr 2019 traf ich auf Okinawa eher zufällig auf Hamamoto Hisao Sōke, der in einer direkten Samurai-Familientradition steht. Der vor rund 40 Jahren nach Okinawa gezogene Japaner unterrichtet dort bis heute in einer kleinen Gruppe sowie bis 2025 auch im Rahmen privater Trainingseinheiten.
Im Jahr 2020 führte mich Hamamoto Sensei zehn Tage lang im Einzelunterricht in die Techniken und Kata seines Familienstils Hachiman-Ryū sowie in das Mugai Mushōkai-Ryū ein. Im Mugai Mushōkai-Ryū steht er im Range des 14. offiziellen Stielerben.
Während der Zeit, in der sich Japan aufgrund der Covid-Pandemie weitgehend isoliert hatte, setzte ich das Erlernte selbstständig fort. Dabei fertigte ich umfangreiche Notizen an, um die vermittelten Inhalte möglichst genau festzuhalten.
Nachdem Japan seine Einreisebeschränkungen wieder aufgehoben hatte, begann ich, regelmäßig nach Okinawa zu reisen. Bis heute unternehme ich dreimal jährlich diese Reisen, um meine Kenntnisse zu vertiefen und das Erlernte im direkten Austausch weiterzuentwickeln. Neben den traditionell überlieferten Kata sind insbesondere die Methoden des Schwertziehens (Nukitsuki) sowie des Schwertwegsteckens (Chiburi und Nōtō) von besonderem Interesse. Dabei wird auch berücksichtigt, dass traditionell ein zweites, etwas kürzeres Schwert – das Wakizashi – getragen wurde.
Diese scheinbar nebensächliche Tatsache hat unmittelbare Auswirkungen auf die Bewegungsabläufe. Würde die rechte Hand beim Ziehen einfach nach links in Richtung des Langschwertes greifen, könnte sie versehentlich das im Weg befindliche Wakizashi erfassen und ziehen. Eine äußerst unglückliche Situation. Selbst die grundlegenden Bewegungen des Ziehens und Wegsteckens unterscheiden sich daher erheblich von der Art und Weise, die mir bis dahin bekannt war. Gerade solche Details zeigen eindrucksvoll, wie eng die traditionelle Schwertkunst mit den tatsächlichen Bedingungen und Anforderungen ihrer historischen Anwendung verbunden ist. Siehe „Unterricht bei einem Samurai“.




Michael (1. Dan Shotokan, Shodan Ho Shima Ha Shorin Ryu Karate, 2. Kyu Yamanni Ryu Kobudo). Michael stieg vom Shotokan Karate kommend bei Oliver ein. Bereits zu dieser Zeit kannte er durch sein tiefes Interesse an älteren Karateformen bereits viele Matsubayashi Shorin Ryu Kata vom Ablauf. Durch sein intensives Training, machte er schnell Fortschritte und unterrichtet mittlerweile im hamburger Dojo.
Michael berichtet über seinen Werdegang in den Kampfkünsten:
Mit zwölf Jahren bin ich, angetrieben von den damaligen Kung Fu Filmen und den Nachwirkungen von Bruce Lee, zum Judo in den JGS gekommen. Im Alter von 16 Jahren, habe ich die Karate Sparte beim TSG entdeckt. Zuvor hatte ich schon bei der einen oder anderen Stunde im JGS beim Ju Jutsu geschnuppert.
Das Shotokan Karate beim TSG war mit seinen Schlägen und Tritten näher am Kung Fu. So trainierte ich zwischen 16 und 18 Judo und Karate und zwischendurch Ju Jutsu.
Dann war die Schulzeit vorbei und es blieb aufgrund der Arbeitszeit das Karate übrig. Neben der Faszination des Kämpfens, spielte für mich immer auch der Selbstverteidigungsaspekt eine wichtige Rolle. Ich war klein und schmächtig. Mit 19 kam die nächste Veränderung. Ich wollte kräftiger werden. Das Saitama Fitness Center bot mir die Möglichkeit für Kraft- und Karatetraining. Also wechselte ich dort hin. Neben Shotokan Karate und Krafttraining, kam ich mit Tang Lang Kung Fu in Berührung und nutzte die Möglichkeit, auch die eine oder andere Ju Jitsu Stunde zu absolvieren. Mein damaliger Karatetrainer bevorzugte selbst das Kämpfen. Er hatte einige Zeit bei Thomas Born Unterricht gehabt. Den Älteren unter uns wohl noch ein Begriff. So zogen wir uns auch das eine oder andere Mal Faust- und Fußschützer an und betrieben eher Kickboxen. Kata war nicht so angesagt, gehörte aber dazu.
Mit 27 kam der nächste Umbruch in meinem Leben: Meine Frau. Wieder verließ ich den Verein, um etwas zu finden, dass wir zusammen trainieren konnten. Wir probierten einiges aus, wie Aikido oder Esdo, um dann beim Wado-Ryu Karate zu landen. Unser Trainer, ein damals schon betagter, aber extrem fitter Seebär, hatte seine ersten drei Dan Prüfungen beim Stil
begründer Otsuka Sensei gemacht. Er war damals schon ein Urgestein des Karate und ein Fundus an Wissen im Rang des 5. Dan. Bei ihm trainierten wir einige Jahre Karate und Kobudo.
Als meine Frau schwanger wurde, war es Zeit, den Verein zu verlassen. Ohne Trainer, ohne Verein begab ich mich auf die Suche nach den Ursprüngen des Karate. Ich entdeckte ältere Versionen der modernen Kata und begann alleine zu trainieren. Autodidaktisch eignete ich mir eine Vielzahl von Kata an. Ob Goju-, Shito-, Shorin-, Ryuei-Ryu oder auch Hakuzuru-Ken – ich studierte und eignete es mir an. Dabei vergaß ich jedoch nicht die bereits erlernten Shotokan und Wado Kata, die ich auch weiter übte. Ebenso studierte ich das Bunkai und befasste mich mit der Lehre über die Vitalpunkte.
Parallel suchte ich nach einem Sensei, der mir das zeigen konnte was ich theoretisch über das Karate gelernt hatte. Ob Goshin-Do oder Shito-Ryu ich fand nicht das Passende. Nach einiger Abstinenz begann meine Frau dann auch wieder mit dem Training und wir landeten beim Shotokan. Erst Vfl93, bei unserem damaligen HKV-Präsidenten und später beim Hochbahn-Dojo. Als dann die Hochbahn ihre Räumlichkeiten renovieren wollte, entstand eine Kooperation mit dem Budokan Hamburg. In dieser Zeit hat mich der Inhaber des Budokan sehr unterstützt und dank seiner Hilfe schaffte ich mit 43 Jahren die Prüfung zum ersten Dan.
Aber es kam der nächste Umbruch und wir verließen erneut den Verein. Ich besuchte einen Lehrgang bei Roberto Romero. Das was ich dort sah und lernte, war in der äußeren Form dem Matsubayashi Shorin Ryu ähnlich, welches ja auch den Ursprung des Shima Ha Karate bildet. Mit diesen Kata hatte ich mich auch bereits auseinander gesetzt. Sie waren die ursprünglichen Kata nach denen ich gesucht hatte und der HTBU bot dieses Karate an. Und so trat ich ein. Die Bewegungsdynamik, die unser Karate und Kobudo mit sich brachten, war etwas was ich vorher noch nicht gesehen hatte. Es faszinierte mich. So blieb ich und vertiefte meine Studien bis zum heutigen Tag an dem ich 55 Lenze zähle.
Karate kann jeder bis ins hohe Alter betreiben. Es hält sowohl körperlich als auch geistig fit. Bei meinem Training lege ich viel Wert darauf, die innere und äußere Bewegungsdynamik unseres Stils, auf korrekte Kataabläufe und Technik, sowie praktikables Bunkai zu vermitteln. Also Anwendungen der Kata-Techniken auf reale Selbstverteidigungssituationen bezogen. Dabei versuche in einer freundschaftlichen Atmosphäre jede/n individuell zu fordern und zu fördern. Der respektvolle aber auch partnerschaftliche Umgang haben dabei oberste Priorität.

Morteza (2. Kyu Karate, 5. Kyu Kobudo).
Moris Werdegang in den Kampfkünsten umfasst: Ringen, Won hwa do Karate, Judo, Taekwondo, Iaido. Seit dem Jahr 2010 trainiert er Shorin Ryu Karate und Yamanni Ryu Kobudo im Oshiro Dojo Hamburg.
Er übernimmt sehr oft unser Training am Dienstag im Clubraum. Trainingsbeginn ist 18:00 Uhr. Das Training findet nicht in den Hallen, sondern im Clubraum/ Ballettsaal des HTBU statt. Dieser Raum ist an den Trainingshallen angebaut.
Carsten. Freitags bietet Carsten Training bei der HTBU an. Er stieg bereits zu Gründungszeiten von Olivers Dojo in das Training ein und ist mittlerweile auch Schüler von Shihan Oshiro, und Roberto Romero. Carsten ist Gründer des Dojo Lüneburg, wo er Karate und Kobudo unterrichtet. Zudem gründete er bereits vorher einen Weg der Heilgymnastik, das Tenshido-Ryu und bindet sein Wissen als Heilpraktiker in das Training ein. Nach seiner Dojogründung hat er schnell eine starke Gruppe aufgebaut, in welcher die traditionelle Dojoatmosphäre gelebt wird. Carsten und Oliver arbeiten eng zusammen. Ich freue mich über die Verbundenheit beider Dojoleiter.

Der Verband R.B.K.D – Ryukyu Bujutsu Kenkyu Doyukai.

Der R.B.K.D wurde 1985 von Sensei Chogi Kishaba in Okinawa und Shihan Toshihiro Oshiro in den USA gegründet. Das Ziel dieser Organisation ist die Erforschung und Entwicklung des Okinawa-Karate und der Kobujutsu-Techniken, sowie die Propagierung der authentischen Tradition der Kampfkünste Okinawas, speziell der des Yamanni-Ryu. T. Oshiro ist seit dem Tod Kishabas das Oberhaupt des Verbands. Kishaba Chogi Sensei war ein direkter Schüler von Chinen Masami (Begründer des Yamanni-Ryu). Masami Chinen lebte in Shuri und praktizierte Shorin-Ryu Karate und Yamanni-Ryu Bojutsu.

Das R.B.K.D.-Lehrprogramm konzentriert sich auf die Waffen Okinawas mit dem Schwerpunkt auf Bo und Sai. Die bis zu den Karate (Tode) und Kobudo Meistern des 18. Jhdts zurückreichende Basis des R.B.K.D. ist das Yamanni-Chinen Ryu Bojutsu. Die Absicht des R.B.K.D. ist es, durch Übung der einzigartigen Beinarbeit und Körperdynamik des Yamanni-Ryu jedem Schüler das Verständnis für die okinawanischen Kampfkünste zu erleichtern. Der R.B.K.D. ist offen für Neueinsteiger und Praktizierende aller Stile, die Interesse an den traditionellen Kampfkünsten Okinawas haben.
Teruo Chinen (Goju Ryu Karate), dessen Großonkel Masami Chinen war, sagt in einem Interview über die Chinen Familie und die Kampfkunst Okinawas:
F: Sensei, in welcher Beziehung stehen Sie zu Chinen Masami Sensei vom Yamanni-ryu?
A: Er überbrachte zwei Künste: Eine ist ein Waffensystem und die andere ist das Shorin-ryu Karate. Masami Chinen war mein Großonkel. Er lebte in Shuri auf Okinawa und arbeitete genauso wie mein Bruder im Rathaus von Shuri. Ich nannte ihn Großonkel Shobi. Das Kanji-Zeichen für Masa kann auf chinesisch auch als „Sho“ oder „Sei“ ausgesprochen werden. Das war unsere Familienabstammungslinie. Meine Familie praktizierte beides – Shorin-ryu und auch die Waffenkunst des Yamanni-ryu. Laut der Auskunft meines Bruders, unterrichtete mein Vater Waffenkunst in Kobe, Japan, als Amateur. Aber weil er japanischer Marineoffizier war, übernahm er die japanische Weise und benutzte nicht mehr den Masa-Namen für seine Kinder. Konsequenterweise erhielten meine 3 Brüder und ich alle japanischen Vornamen – Akira, Hirokazu, Teruo und Toshio. Keine chinesischen Namen mehr, keine Masa-Linie mehr.
F: Abschließend noch Sensei, denken Sie, dass Waffentraining eine gute Ergänzung für das Karate ist?
A: Absolut. Selbst das Kendo-Training ist für suburi (Üben des Schneidens) gut. Das Waffensystem von Okinawa, wie Kon (Bo), Sai, Tunfa, Nunchaku, bietet eine Form des Kiguundo (Ergänzungstraining) welches von unschätzbarem Wert für die Handgelenks- und Armarbeit sowie für die Körperkoordination und für das Kime (Fokussierung) ist. Darüber hinaus sollten Waffenschüler über gute Grundlagen im Karate verfügen.
Oshiro Dojo Stade.
Über unser hamburger Dojo wurde den heutigen Lehrern des Oshiro Dojo Stade, Nadine und Nils Michel (beide 1. Dan Shorin Karate und Kobudo), nach anfänglichem Training in Hamburg der Kontakt mit Roberto Romero Sensei und Oshiro Shihan hergestellt. Bei Interesse am Training in Stade, wendet euch bitte direkt an die beiden.
Zitat ihrer Webseite„Auf der Suche nach den Wurzeln des Karate lernten Nadine und Nils 2008 Sensei R. Romero kennen, der die Prinzipien und Lehren von Shihan Toshihiro Oshiro (9.Dan) vermittelt. Begeistert stellten sie den doch starken Unterschied zum modernen bisher bekannten Karate-Stilen fest. Und begann 2010 das Shorin-Ryu Karate und das Yamanni-Ryu Kobudo zu studieren. 2012 verabschiedete sie sich ganz vom Kempo Karate.“
Zusammen richten die Oshiro-Dojos im Norden Deutschlands regelmäßig Lehrgänge mit R. Romero Sensei (5. Dan) aus. Diese Lehrgänge sind stil- und verbandsunabhängig. Lehrgänge und Training sind offen für jeden Neugierigen.



