Das Training findet bis auf Weiteres als Hallentraining (untere Halle HTBU e.V.) Dienstags ab 19:40 Uhr und nach Absprache im Stadtpark oder online statt. Externe Interessenten melden sich gern per Email.
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Bei uns
habt ihr die Gelegenheit, die Freude an der asiatischen Kampfkunst zu teilen und das unbewaffnet ausgeführte Karate zu erlernen. Zudem könnt ihr auf Wunsch dessen engen Verbündeten, das leicht bewaffnete Kobudo, mit dazu erlernen. Selbst in der Karateszene ist kaum bekannt, dass Karate und Kobudo vereint, den traditionell ganzheitlichen Weg der einst auf Okinawa entstandenen Kampfkunst ausmachen. Genau übersetzt, bedeutet Kara Te nämlich „leerer Geist“ und nicht „leere Hand” im Sinne von nichts in den Händen zu haben.
Unser Karate der Shorin Linie stellt eine der beiden Hauptlinien der ursprünglichen Karateentwicklung dar. Es hat direkten Bezug zu den Kobudowaffen, die ihm auch als Krafttraining dienen und indirekt auch zum Schwert. Der Umgang mit dem japanischen Schwert (Iaido) kann beim HTBU ebenfalls erlernt werden.

Kampfkunst stärkt die Fähigkeit zum Selbstschutz, zu mehr Achtsamkeit und erweitert die mentale und körperliche Belastbarkeit. Sie stellt einen faszinierenden Alltagsausgleich dar und bietet Spaß an kämpferischer Bewegung. Angesichts der Ansprüche des modernen Alltags, sind genau diese positiven Wirkungen heute von großem Wert. Die Aufmerksamkeit für potentielle Gefahrensituationen wird geschärft, das Wahrnehmungsfeld erweitert. Prinzipien der Kampfkunst sollen in jeder Situation abrufbar sein. Anhand der vielfältigen Ausgangssituationen der Partnerübungen, lernt man die Möglichkeiten des Gegenübers kennen, welche sich aus Distanz und Haltung ergeben. Dies erfordert wache Augen und einen entspannten Geist. Bis ins hohe Alter kann man mit Freude an der kämpferischen Bewegung trainieren. Karate wirkt also auch gegen die nicht körperlichen Angriffe, Gefahren und Belastungen des modernen Lebens schützend und vorbeugend.  Mentale Aspekte.


Für das Training spielen Geschlecht und Alter keine Rolle. Jede/r kann in seinem/ ihrem persönlichen Rahmen profitieren. Unsere sympathische Gruppe lädt dazu ein. Die Mitglieder fördern und fordern sich gegenseitig. Mehr über uns. Ist euer Interesse geweckt, dann schnuppert einfach in eine der nächsten Trainingseinheiten kostenlos und ohne Voranmeldung hinein. Anfänger oder Interessenten anderer Stilrichtungen sind stets willkommen. Erste Fortschritte sind schnell gemacht. Nach und nach entwickelt sich ein bewussteres Gefühl für Körper, Bewegung und Haltung. Dazu macht das Training Spaß, Verletzungen kamen bisher nicht vor! Das Maß der Trefferwirkung wird stets der Kondition des Gegenübers angepasst, so dass eine allmähliche Abhärtung stattfinden kann. Echten Schlagkontakt zum Kopf gibt es nicht. Kontaktmöglichkeit und Trainingzeiten.

Wo man auch gerade ist, nahezu überall kann man einzelne Übungen, Sequenzen oder Kata ausführen und damit einen spürbaren Reset vom Alltag vollziehen. Im Hintergrund des Karate steht eine faszinierende Kultur, die nicht nur durch japanische Einflüsse geprägt wurde. Die okinawanische Bevölkerung ist für ihre Vitalität und Langlebigkeit bekannt. Man fühlte sich der Idee einer Verwurzelung von Kampfkunst und Kultur in der Bevölkerung verpflichtet. So hat man die Elemente der Kampfkunst auch in die traditionellen Volkstänze eingeflochten, welche auch Kinder und Frauen lernten. Eine äusserst raffinierte Idee, die ich im Kapitel über die Geschichte des Karate beschreibe. Die Vielfältigkeit des Karate und Kobudo fördert das Bewegungspotential aller Gelenke und Muskeln des Körpers! Es geht bei uns weniger um Anspannung, als vielmehr um einen zielgenauen Einsatz nur der notwendigen Muskelgruppen. Zusammen mit Kräftigungs- und Dehnübungen wirken wir den oftmals monotonen Haltungen unseres Alltags entgegen und entwickeln die für die Kampfkunst notwendige Konditionierung des Körpers. Damit bleiben wir bis ins hohe Alter so beweglich und flexibel wie möglich. Auf mentaler Ebene entlastend,  können wir wieder runter kommen von den Belastungen des Alltags. Kampfkunsttraining ist bekannt dafür, einen konzentrierten und ausgeglichenen, mentalen Zustand zu entwickeln. Im Alltag sind wir vielen Einflüssen ausgesetzt, die uns nachhaltig belasten können. Die Aggressionsforschung sagt, dass zur effektiven Ablenkung und Neutralisierung negativer Nachwirkungen von Ereignissen, solche Sportarten am besten geeignet sind, die gleichzeitig körperlich und geistig fordern. Die Vielseitigkeit der Bewegungsmuster der Kampfkunst stellt einen wesentlichen Unterschied zu vielen eher einseitig belastendenden oder monoton geprägten Sportarten dar.


Karate. Nach einer über Jahrhunderte dauernden Entwicklung, war das Karate auf Okinawa zu einer einzigartigen Kampf- und Bewegungskunst heran gewachsen. Sie führt Entwicklungen zusammen, welche in mehreren asiatischen Gegenden (China, Japan, Okinawa…) stattfanden. Karate umfasst nicht nur Block-, Stoß-, Schlag- und Tritttechniken für alle Distanzen, sondern auch Ausweich-, Wurf-/ Hebel und andere Manipulations- und Befreiungstechniken. Wohl dosierte Abhärtungsübungen und die kontrollierte Anwendung der Techniken (Bunkai) in Partnerübungen (Kumite) und an Schlagpolstern gehören ebenso zum Training, wie die gezielte Entwicklung der Beweglichkeit der Gelenke, der Koordinationsfähigkeit und der Muskulatur insgesamt.  Karateprinzipien richtig in Haltung und Bewegung integriert, machen stabil und leichtfüßig zugleich. Da die Prinzipien der Krafterzeugung nicht auf reiner Muskelkraft basieren, sind sie auch für Frauen sehr gut geeignet. Genutzt wird beispielsweise die stets wirkende Schwerkraft. Im Gegensatz zur geläufigen Idee, ist hierbei nicht das Beherrschen von Balance und Stabilität wesentlich, sondern das Beherrschen der Unbalance. Diese Beherrschung hilft uns im Shorin Ryu Karate, stets die Natur (Schwerkraft) für unsere Zwecke und gegen den Gegner zu nutzen. Der Einsatz von Techniken der Kampfkunst sollte jederzeit und auf jedem Untergrund möglich sein und nicht bestimmte (feste) Stände oder einen besonders muskulären oder aufgewärmten Körper voraussetzen. So trainieren wir nicht nur barfuß in Turnhallen, sondern auch beschuht im Freien.  Prinzipien.

Kobudo, die Waffen des Karate. Häufig wird “Kara” mit “leer” im Sinne von nichts in der Hand zu haben übersetzt. Daraus wird dann gefolgert, Karate und Waffen hätten nichts miteinander zu tun. Weit gefehlt! Diese Übersetzung verwäscht die eigentliche Bedeutung von “Kara”. Über eigentliche Bedeutung “leerer Geist” gibt es hier mehr dazu.
Das Kobudo ist das weit weniger bekannte Pendant zum Karate und bedeutet übersetzt   “alter Weg der Waffen”. Die Hauptwaffe und damit das wichtigste Trainingsgerät ist der Langstock (Bo – ca 183cm). Im Idealfall beginnt man das Karate- und das Kobudotraining zum selben Zeitpunkt, da sich beides miteinander ergänzt. Wenn eine gewisse Sicherheit im Umgang mit dem Bo erreicht wurde, widmet man sich zusätzlich dem Training mit den Eisengabeln (Sai). Diese beiden Waffenarten genügen, um zusammen mit dem Karatetraining einen symbiotischen Effekt zu erzielen. Körperbeweglichkeit, Flexibilität und Muskelkraft werden durch dieses perfekt an das Karate angepasste Gerätetraining optimal fördert. Das Kobudo wurde leider auf dem Weg der Kampfkunst nach Japan in den Schatten gestellt bzw. gänzlich entfernt.

Karate und Kobudo sind eins. Beide Kampfarten trainieren und teilen sich die gleichen motorischen Prinzipien. Aus diesem Grunde kommen auch in den waffenlosen Karateformen (Kata) und selbst in den grundlegensten Karateprinzipien Technikeigenschaften des Kobudo vor. Die dem Karate eigentümliche Art des Zurückziehens eines Arms während des Vorschnellens des anderen Arms (das Hiki Te) ist das wesentlichste Prinzip des Schlagens mit dem Bo. Erst wenn man am Bo zieht (Hiki Te) anstatt ihn zu drücken, beschleunigt er mit peitschenartiger Wucht. Der im Karate verbreitete Satz “Denke nicht an den vorstoßenden Arm, sondern an den sich zurückziehenden Arm” rührt daher.
Viele Bo Techniken können auch als unbewaffnete Karatetechnik als Stoß, Schlag, Block, Hebel, Antihebel oder Wurf eingesetzt werden, wobei der Bo durch den Gegner bzw. dessen Arme ersetzt wird. Das Bewegungsmuster bleibt gleich. So stärkt man sich beim Ausführen von 100 Botechniken gleichzeitig auch 100 mal für Stöße, Würfe oder Hebel im Karate. Die Idee in der Ruhe vor jeder Bo Bewegung ist, den Bo durch die plötzliche Beschleunigung der folgenden Technik zu zerbrechen. Ähnlich rapide lassen sich die Techniken dann auch einsetzen, wenn man statt eines Bo einen Arm oder den Körper des Gegners gegriffen hat. Eine raffinierte Symbiose wurde geschaffen, die aber leider nur in wenigen Karatestilen fortgeführt wurde. Mehr zum Thema Kobudo.

Sich schützen. Die senkrechte Linie entlang der Körpermitte (Augen, Kiefer, Nase, Hals, Herz, Solar Plexus, Genitalbereich) besteht aus unseren empfindlichsten Körperpartien und wird Seichusen genannt. Karate richtig ausgeführt, tut mit jeder Haltung und Bewegung alles, um diese Linie im Stillstand aber auch in der Bewegung zu schützen. Werden diese Vitalpunkte getroffen, ist eine empflindliche Trefferwirkung sicher. Viele andere Vitalpunkte, die in einer Trainingssituation gute Wirkung zeigen, sind bei einem unter Drogen oder einfach nur unter Adrenalin stehenden Gegner kaum mehr wirksam. Karate lehrt uns den Zugang zu unserem Körper und den des anderen zu beherrschen. Wir wollen, außer zum Zwecke der bewussten Täuschung, keine Lücke zu unseren Schwachstellen entblößen, in die der Angreifer direkt vordringen könnte. Das alte Karate kennt keinen Block-Konter Rhythmus. Auch manchmal propagierte Regeln von einem “ersten Block” sind ihm fremd. Eine rein defensive, womöglich noch im Rückwärtsgang stattfindende Aktion, bringt im Angesicht eines unausweichlichen und brutal beginnenden Aktes physischer Gewalt nur Nachteile mit sich. Die Kata als unsere Basis warnt davor deutlich, denn in der Kata gehen wir in der Regel vor oder in Winkel, nicht jedoch zurück. Leider wurden in der Moderne viele Katatechniken einfach in Blocktechniken (Karate im Schulunterricht ab 1905 und später Verbot aggressiver Kampfkünste durch die USA) umgedeutet, so dass es scheint, man würde oftmals blocken. Dies ist nicht der Fall. Über das Gerücht vom ersten Block im Karate schreibe ich hier (2. Regel Funakoshis “karate ni sente nashi”) mehr. Da das Karate in den Unterricht okinawanischer Schulen eingeführt wurde, noch bevor es zur Hauptinsel Japan gelangte, wurden bereits um 1905 deutliche Veränderungen in Aussehen und Charakter des öffentlichen Karate eingeführt. Wer Seichusen zu beherrschen lernt, versteht den Kern des alten Karate, erkennt den Sinn der Kata und Haltungen und auch die dahinter stehende Lebensphilosophie. Enbusen, Seichusen und Kata.


Kata – Bücher für Körper und Geist.  Körper und Geist werden durch die Vielfältigkeit der Bewegungen und des in praktische “Formen gepackten Wissens” in einer Tiefe angesprochen, wie es kein gewöhnlicher Sport, keine gewöhnliche Gymnastik zu leisten vermag. Kata stellen die auf praktische Weise zu erfahrende Theorie des Karate dar. Diese Methodik des Lernens ist es der östliche Weg dessen, wie wir uns im Westen theoretisches Wissen durch das Studieren von Büchern aneignen. Kata gehen dabei sofort über die Theorie hinaus, da in ihren Bewegungen ein imaginärer Gegner immer präsent sein sollte. An diesem Gedanken muss sich die praktische Ausführung einer Kata messen lassen. Kata stellen somit einen aussergewöhnlichen Weg des Lernens dar – sofern sie nicht diesem ursprünglichen Sinn entfremdet wurden. Letzteres geschah durch eine Euphorisierung des Wettkampfgeschehens und der Konzentration auf die Ausbildung jüngerer Athleten, nachdem das modernisierte Karate sich in alle Welt verbreitete und beeinflusst viele Stile bis heute. Unser Weg führt zurück uns zu den Wurzeln.


Mehr als nur Sport, viel mehr als Wettkampf. Vielen Menschen kommen Bilder laut schreiender und vor Anspannung bebender Athleten in den Kopf, wenn sie an Karate denken. Dazu beigetragen hat die Eigenart großer Karateverbände, sich zwar die Publikmachung sämtlicher Karatearten auf die Fahnen zu schreiben, Titelseiten ihrer Magazine jedoch idR. mit siegreichen Wettkampfathleten zu verzieren. Die Übereuphorisierung des siegreichen Wettkämpfers steht im Gegensatz zum oftmals an anderer Stelle hoch gehaltenen Grundsatz, wonach es im Karate nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um die Vervollkommnung des eigenen Charakters gehe.
Diese Gedanken sollen jedoch nicht die Bedeutung des Karate als Wettkampfsport für junge Menschen schmälern. Hierbei handelt es sich jedoch um einen modernen Abkömmling des alten Karate, nicht um eine Weiterentwicklung. Das alte Karate ist eine Kampfkunst, weit entfernt von Show oder Wettkampf. Kampfsport als Wettkampfform und die alte Kampfkunst haben geradezu gegenteilige Ansätze. Im Wettkampf gibt es Regeln, ebenen Hallenboden, Gewichts- und Altersklassen, der 2. Platz ist feiernswert. Es gilt Schnelligkeit gegen Schnelligkeit oder Kraft gegen Kraft zu testen entsprechend fairer Kampfklassen und Techniken. Bei einer im Wettkampf vorgeführten Kata  zählen äußerlich sichtbare Kraft und heroisch anmutende Haltungen. Kampfrichter sollen das Geschehen bewerten können. Im Falle von Show-Vorführungen, soll sich das Auge des Zuschauers erfreuen. Konträr dazu ist die reale Konfrontation zu sehen, die bei der ursprünglichen Entwicklung des Karate im Mittelpunkt stand. Hier gibt es keine Regeln, kein Verzicht auf Waffen, keine festgelegten Gewichts- oder Altersklassen, jede noch so kleine Bewegung oder auch „nicht-Bewegung“ ist wichtig. Nahezu alle Techniken zielen zu empfindlichen Körperregionen und wären im Wettkampf verboten. Es gilt die eigenen Aktionen, die Kraftentwicklung und Dynamik zu verbergen. Die Kraftentwicklung soll innerlich stattfinden, der Technik dennoch überraschende Effektivität verleihen. Lernten wir wettkampfbeeinflusst nur 2-3 Körperregionen (Kopf, Bauchmuskulatur) anzugreifen, dann nutzten wir 95% der Möglichkeiten, die uns die Kata anbieten überhaupt nicht.
Wir müssen davon ausgehen, dass uns ein Angreifer an Gewichtsklasse und äusserer Kraft überlegen ist. Die Lage erscheint daher für uns zunächst aussichtslos. Ansonsten würden wir nicht in das Opferbild des Angreifers passen. Aufgrund dieser zunächst unfairen Ausgangslage, sind wir darauf angewiesen, ausgetüftelte Tricks und Körpermotorik einzusetzen. Diese sind im alten Karate enthalten, jedoch fern aller Wettkampfregularien – ganz genau so wie die Situation, mit der wir uns konfrontiert sehen. Da die eintrainierten Prinzipien nicht auf reiner Muskelkraft basieren, sind sie auch für Frauen sehr gut geeignet. Genutzt wird beispielsweise für nahezu jeden Bewegungsansatz die stets wirkende Schwerkraft. Im Gegensatz zur geläufigen Idee ist nicht das Beherrschen von Balance und Stabilität wesentlich, sondern das Beherrschen der Unbalance, welche uns im Shorin Ryu hilft, stets die Natur (Schwerkraft) für unsere Zwecke und gegen den Gegner zu nutzen. Der Einsatz von Techniken der Kampfkunst sollte jederzeit (laufend, stehend, sitzend, liegend) und auf jedem Untergrund möglich sein und nicht bestimmte (feste) Stände oder einen besonders muskulären oder aufgewärmten Körper voraussetzen. So trainieren wir nicht nur barfuß in Turnhallen, sondern auch beschuht im Freien. Prinzipien.






 

 

 

 

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