Willkommen im hamburger Dojo für okinawanisches Shorin Ryu Karate und Yamanni Ryu Kobudo!

 

Karate in Hamburg lernen. Bei uns habt ihr die seltene Gelegenheit, die unbewaffneten und die bewaffneten Kampfmethoden Okinawas als zusammen gehörende Einheit zu erlernen. Zusammen bilden Karate und Kobudo den traditionellen und ganzheitlichen Weg der weltbekannten Kampf- und Bewegungskunst. Dabei orientieren wir uns am Shorin Ryu Karate, welches auf Okinawa ausgefeilt wurde und von Veränderungen durch den Wettkampfgedanken der modernen Zeit unbeeinflusst blieb.

Geschichte und Tradition des Karate mögen alt sein, aber die ausgefeilte Bewegungsstrategie läßt uns das Feuer der Ursprünglichkeit im Jetzt spüren. Diese Lebendigkeit wird weiter gegeben, nicht die Asche der Vergangenheit. Dabei richten wir uns vorwiegend an diejenigen, die hinter der Kampfkunst mehr sehen, als nur eine normale aktive Freizeitbeschäftigung, die dazu taugt, ab und zu mal ein bisschen zu schwitzen. Im Hintergrund der vielfältigen Übungen steht die Interaktion angesichts einer Bedrohung oder eines Angriffs. Die Karate- und Kobudomotorik ist äußerst vielseitig und steht damit im Kontrast zu den eher monotonen Bewegungsmustern gewöhnlicher Sportarten.

Das Beherrschen des motorischen Wissens hinter dieser breit gefächerten Bewegungskunst einer anderen Kultur braucht Zeit und Übung. Ein Aufwand, der belohnt wird, da man mehr und mehr mit einem viel selbstbewussteren Gefühl durchs Leben geht. Fitness, feinste motorische Fähigkeiten, Alltagsgefühl und Selbstwahrnemung werden sich bei ausreichender Hingabe und Spaß am Trainingserfolg immer weiter entwickeln. Dieser Aspekt ist der Erweiterung der Wehrfähigkeit gleich zu setzen.

 

Karate ist nicht auf einen Sport beschränkt, der Schlagen und Treten lehrt. Es ist gleichsam eine Verteidigung gegen Krankheit und körperlichen Abbau. (Funakoshi Gichin 1868-1957)



Das Ziel der Kampfkunst
ist es, sich und andere Menschen schützen zu können und gesund heim zu kehren. Das vielseitige Training erhält einen sehr guten Allgemeinzustand von Körper und Geist aufrecht. Um 1900 benannten okinawanische Meister eine erstmals für die Öffentlichkeit und den Schulsportunterricht geschaffene Katareihe „Pinan“ (chinesisich für „bleibe sicher“). Später wurde diese Reihe für das auf der Hauptinsel Japans eingeführte Karate in „Heian“ (japanisch für friedvoller Geist) umbenannt. Weitere Details sind hier:  „Väter des modernen Karate“. „Seichusen“ wird die Linie unserer empfindlichsten Körperpartien genannt und Karatetechnik richtig ausgeführt tut alles, um diese Linie im Stillstand aber auch während der Bewegung zu schützen. So entsteht keine empfindliche Lücke in die der Angreifer einfach vordringen kann. Wer Seichusen zu beherrschen lernt, versteht den Kern des alten Karate und auch die dahinter stehende Lebensphilosophie. Mehr zu Enbusen, Seichusen und Kata hier.

Karate schärft die Aufmerksamkeit für potentielle Gefahrensituationen und hilft, sie zu meiden oder sich sicherer zu positionieren. Prinzipien der Kampfkunst sollen in jeder Situation abrufbar sein. Über das Technische hinausgehend, sollte man feinfühlig sein, für das Gefahrenpotential verschiedenster Alltagssituationen. Dies erfordert wache Augen, einen geschärften und dennoch entspannten Geist. Anhand der vielfältigen Ausgangssituationen der Partnerübungen, lernt man die Möglichkeiten des Gegenübers kennen, welche sich aus der Distanz und Haltung ergeben. So kann man sich vorbereiten und Überraschungsmomente vermeiden, um selbst möglichst ohne Verzögerung zu reagieren, wann und wo es sein muss.

Den eigenen Körper zu beherrschen, seine Belastungsgrenzen und Möglichkeiten zu kennen, ist stets von Vorteil. Bis ins hohe Alter kann man mit Freude an der kämpferischen Bewegung trainieren und körperlich wie mental flexibel, gesund und achtsam bleiben. Karate wirkt also auch gegen die nicht körperlichen Angriffe, Gefahren und Belastungen des modernen Lebens schützend, gegen ihre negativen Wirkungen vorbeugend. Es entwickelt einen entspannten und ruhigen Geisteszustand, trotzdem man sich potentieller Gefahren bewusster wird. Man weiß, man hat sich so gut wie möglich vorbereitet. Siehe auch Kapitel „Zanshin und Mushin“. Diese hoch entwickelte Form der Bewegungskunst ist integraler Bestandteil einer Kultur, deren Bevölkerung zu der Langlebigsten überhaupt zählt. Die Okinawaner haben Elemente der Kampfkunst sogar in ihre traditionellen Volkstänze eingeflochten. Eine äusserst raffinierte Idee, die ich im Kapitel über die Geschichte des Karate beschreibe.

 

Ein Großteil der Karatetechniken konzentriert sich auf die Nahdistanz



Kampfsport und Kampfkunst
sind zwei ganz verschiedene paar Schuhe, haben sie doch geradezu gegenteilige Ansätze. Im Wettkampf gibt es Regeln, glatten Hallenboden, Gewichts- und Altersklassen. Man muss äußerlich sichtbare Kraft, heroisch anmutende Haltungen, sowie faire Techniken zu beschränkten Trefferzonen zeigen. Kampfrichter müssen das Geschehen bewerten können oder im Falle von Show-Vorführungen soll sich das Auge des Zuschauers erfreuen. Konträr dazu ist die reale Konfrontation zu sehen, die bei der ursprünglichen Entwicklung des Karate im Mittelpunkt stand. Keine Regeln, kein Verzicht auf Waffen, keine festgelegten Gewichts- oder Altersklassen, jede noch so kleine Bewegung oder auch „nicht-Bewegung“ ist wichtig. Nahezu alle Techniken zielen zu empfindlichen Körperregionen und wären im Wettkampf verboten. Es gilt die eigenen Aktionen, die Kraftentwicklung und Dynamik zu verbergen. Sie soll innerlich stattfinden (man sagt, sich innerhalb des Karateanzugs bewegen), der Technik dennoch überraschende Effektivität verleihen. In der Bewegung muß man die eigenen Schwachstellen schützen, wenig Blöße bieten, egal ob man sich defensiv oder offensiv bewegt. Mit einer ernsten Bedrohung konfrontiert, sollte reine defensive Bewegung vermieden werden (abgesehen von der Möglichkeit des Weglaufens), da sie nur Nachteile und Gefahren in sich birgt.

Karate war keine Show. Vielen Menschen kommen Bilder laut schreiender und vor Anspannung bebender Athleten in den Kopf, wenn sie an Karate denken. Hierbei handelt es sich jedoch um einen modernen Abkömmling des alten Karate. Das alte Karate ist eine Kampfkunst, weit entfernt von Show oder Wettkampf. Letztere suchen das Auge von Zuschauern zu beeindrucken oder müssen fair und von Kampfrichtern bewertbar sein.
Die hochentwickelte, okinawanische Kampfkunst dagegen, gibt ein grundlegend anderes äusseres Bild des Karate ab, als den Meisten, selbst als vielen Karatepraktizierenden bekannt ist.    Schließlich geht es nicht um ein Kräftemessen, nicht darum, wer kräftiger oder schneller ist. Wir können davon ausgehen, dass uns ein Angreifer an Gewichtsklasse und äusserer Kraft überlegen ist. Die Lage erscheint daher für uns zunächst aussichtslos. Ansonsten würden wir nicht in das Opferbild des Angreifers passen. Aufgrund dieser zunächst unfairen Ausgangslage, sind wir darauf angewiesen, ausgetüftelte Tricks und Körpermotorik einzusetzen. Diese sind im alten Karate enthalten, jedoch fern aller Wettkampfregularien – ganz genau so wie die Situation, mit der wir uns konfrontiert sehen.
Im 20. jhdt entwickelten sich viele Sprösslinge aus dem ursprünglichen Karate und verbreiteten sich abgewandelt erfolgreich um die ganze Welt, siehe Väter des modernen Karate. Diese Sprösslinge unterlagen früh einer weiteren Umwandlung in ein wettkampftaugliches, modernes Sportkarate. Letzteres ist das am weitesten verbreitete, aber auch grundlegend veränderte Karate. Aus dem Shorin Ryu entsprang auch das Shotokan Karate. Es ist mittlerweile in diverse eigene Interpretationen aufgeteilt. Diese Aufteilung geschah durch die japanischen Meister, die aus der Mitte des 20. Jhdt stammen und im Alter eigene Ansätze in das „Basis“ Shotokan einbrachten (z.B. Shirai, Ochi, Kase, Kanazawa, Kawasoe usw.). Aufgrund der großflächigen Verbreitung der Shotokan Linien, beginnen die meisten Karateka ihren Weg hier.

Karate ist überaus vielseitig. In der Bewegung steht größt möglicher Selbstschutz im Mittelpunkt. Als Kampfkunst umfasst es nicht nur Block-, Stoß-, Schlag- und Tritttechniken für alle Distanzen, sondern auch Ausweich-, Wurf-/ Hebel und andere Manipulations- und Befreiungstechniken. Die innere Dynamik setzt neben den grossen auch kleinste Gelenke gezielt ein. Wenn sich alle Gelenke einig sind und einheitliche Kraftvektoren benutzen, dann werden auch klein oder kurz ausgeführte Bewegungen sehr effektiv und plötzliche Bewegungen möglich. Dieses Training bedarf eines intensiven Feintunings aller Muskeln und Gelenke des Körpers. Wohl dosierte Abhärtungsübungen und die kontrollierte

Anwendung der Techniken (Bunkai) in Partnerübungen (Kumite) und an Schlagpolstern gehören ebenso zum Training, wie die gezielte Entwicklung der Beweglichkeit der Gelenke, der Koordinationsfähigkeit und der Muskulatur. Karateprinzipien richtig in die Körperhaltung und -bewegung integriert, wirken bereits automatisch gegen bestimmte Hebel-/ Wurf- oder Greifversuche des Gegners. Stimmt die Ausrichtung des Körpers im Stand wie in der Bewegung, dann wird man automatisch schwer zu manipulieren sein. Da diese Prinzipien nicht auf reiner Muskelkraft basieren, sind sie auch für Frauen sehr gut geeignet. Genutzt wird beispielsweise für nahezu jeden Bewegungsansatz die stets wirkende Schwerkraft.
Der Einsatz von Techniken der Kampfkunst sollte jederzeit (laufend, stehend, sitzend, liegend) und auf jedem Untergrund möglich sein und nicht bestimmte Stände oder einen besonders muskulären oder aufgewärmten Körper voraussetzen. So dürfen wir nicht nur barfuß in Turnhallen trainieren, sondern sollten auch beschuht im Freien trainieren. Mehr zu den Prinzipien, an denen sich unser Training, unsere Kata und unser Kihon und Kumite orientieren, findet ihr hier: Prinzipien des alten Karate.

 


Kobudo/ Kobujutsu ist das weit weniger bekannte Pendant zum Karate und bedeutet übersetzt   »alter Weg der Waffen«. Die Hauptwaffe und damit das wichtigste Trainingsgerät ist der Langstock (Bo – ca 183cm). Im Idealfall beginnt man das Karate- und das Kobudotraining zum selben Zeitpunkt, da sich beides miteinander ergänzt. Wenn eine gewisse Sicherheit im Umgang mit dem Bo erreicht wurde, widmet man sich zusätzlich dem Training mit den Eisengabeln (Sai). Diese beiden Waffenarten genügen, um zusammen mit dem Karatetraining einen symbiotischen Effekt zu erzielen. Körperbeweglichkeit, Flexibilität und Muskelkraft werden optimal fördert.
Alte Schreibweise „Kara Te“

Alte Schreibweise „Kara Te“

Das Kobudo wurde leider auf dem Weg der Kampfkunst nach Japan eher in den Schatten gestellt oder gänzlich abgekapselt. So ist heute kaum mehr bekannt, dass Karate und Kobudo einst als zwei zusammenspielende Teile eines Ganzen entwickelt wurden. Beides ist tief ineinandergreifend verbunden. Häufig wird „Kara“ mit „leer“ im Sinne von nichts in der Hand zu haben übersetzt. Diese Übersetzung verfehlt das Wesen dieses Zeichens jedoch. Mehr dazu und zu den Prinzipien und Strategien des „alten“ Karate und manchem weiteren Missverständnis erfahrt ihr „hier“. Das Training der Kobudowaffen hilft, ein fundiertes Verständnis und einen flexiblen und kräftigen Körper auch für die Karatetechniken zu entwickeln. Das Training von Bo und Sai stärkt Muskeln und Gelenke, fördert die Flexibilität und optimiert gleichzeitig das Vermögen, die Karatetechniken und deren vielfältige Anwendungen einsetzen zu können. Das Training der Waffen ist also ein perfekt angepasstes Gerätetraining für das Karate.  Im Kapitel über das Kobudo gibt es mehr Informationen.



Karate und Kobudo trainieren und teilen sich die gleichen motorischen Prinzipien. Aus diesem Grunde kommen auch in den waffenlosen Karateformen (Kata) und selbst in den grundlegensten Karateprinzipien Technikeigenschaften des Kobudo vor. Die dem Karate eigentümliche Art des Zurückziehens eines Arms während des Vorgehens des anderen Arms (das Hiki-Te) ist das wesentlichste Prinzip bei der fortgeschrittenen Version des Schlagens mit dem Bo. Erst wenn man am Bo zieht anstatt ihn zu drücken, beschleunigt er mit peitschenartiger Wucht. Der im Karate verbreitete Satz „Denke nicht an den vorstoßenden Arm, sondern an den sich zurückziehenden Arm“ rührt daher.

gepolstert in die freiere Bewegung

Viele Bo Techniken können auch als unbewaffnete Karatetechnik als Stoß, Schlag, Block, Hebel, Antihebel oder Wurf eingesetzt werden, wobei der Bo durch den Gegner bzw. dessen Arme ersetzt wird. Das Bewegungsmuster bleibt gleich. So stärkt man sich beim Ausführen von 100 Botechniken gleichzeitig auch 100 mal für Stöße, Würfe oder Hebel im Karate. Die Idee in der Ruhe vor jeder Bo Bewegung ist, den Bo durch die plötzliche Beschleunigung der folgenden Technik zu zerbrechen. Ähnlich rapide lassen sich die Techniken dann auch einsetzen, wenn man statt eines Bo einen Arm oder den Körper des Gegners gegriffen hat. Eine raffinierte Symbiose wurde geschaffen, die aber leider nur in wenigen Karatestilen fortgeführt wurde.




Kampfkunst Gesundheit verbinden
. Wo man auch gerade ist, jederzeit kann man sich einzelne Übungen oder ganze Kata herauspicken und ausführen. So schaltet man kurzzeitig ab und macht einen Reset vom Alltag, dessen nachhaltige Wirkung nicht zu unterschätzen ist.
Kampfkunst vereint die Aspekte Selbstverteidigung, Gesundheit, Alltagsausgleich und Spaß an der kämpferischen Bewegung. Dies geschieht am besten innerhalb einer sympathischen Gruppe, deren Mitglieder sich gegenseitig fördern und fordern. Angesichts der Ansprüche des modernen Alltags ist die Aneignung effektiver Kampftechniken, sowie die Ausbildung eines beweglichen, kräftigen und gesunden Körpers von unschätzbaren Wert. Dazu gehören auf die Kampfkunst vorbereitende Aufwärmübungen, die sich teils in erstaunlicher Weise von herkömmlicher Sport-Gymnastik unterscheiden. Sie helfen uns dabei, das Zusammenspiel aller Muskelgruppen zu optimieren und festgefahrene Bewegungsmuster zu erkennen und neu auszurichten. So können wir unsere innere und äussere Motorik optimieren, was zu effektiven Techniken führt, welche die Kampfkünste ausmachen. Die Kampfkunst ist ein Weg, Körper und Geist auch im modernen Leben ausgeglichen, fit und gesammelt zu halten. Übungen aus Yoga und Qi Gong sfinden auch Einzug in das Training. Nach einem hektischen Tag kann man so wieder runter kommen und beruflich bedingte, mangelnde körperliche Tätigkeit ausgleichen. Kampfkunsttraining ist ausserdem bekannt dafür, einen konzentrierten und ausgeglichenen mentalen Zustand zu entwickeln. Im Alltag sind wir vielen Gelegenheiten ausgesetzt, die uns nachhaltig gedanklich belasten können. Aus der Aggressionsforschung weiß man, dass zur effektiven Ablenkung und Neutralisierung negativer Nachwirkungen von Ereignissen solche Sportarten am besten geeignet sind, die gleichzeitig körperlich und geistig fordern. Das Training geht auf positive Weise in das alltägliche Körpergefühl über. Dabei spielt das Alter keine entscheidende Rolle.