Karate in Hamburg – Kobudo gleich mit dazu, viel mehr als nur Sport

 

Aufgrund behördlicher Auflagen,
findet das Training bis auf Weiteres nach Absprache im Stadtpark statt.

Nächstes Training: 29.05. ab 18:00 Uhr.

Externe Interessenten melden sich bitte per Kontaktmenü für weitere Informationen.


»Karate ist nicht auf einen Sport beschränkt, der Schlagen und Treten lehrt. Es ist gleichsam eine Verteidigung gegen Krankheit und körperlichen Abbau« (Funakoshi Gichin 1868-1957)


Okinawas Kampfkunst in Hamburg. Bei uns habt ihr die seltene Gelegenheit, das unbewaffnet ausgeführte Karate zu erlernen und auf Wunsch dessen engen Verbündeten, das leicht bewaffnete Kobudo mit dazu. Zusammen bilden Karate und Kobudo einen ganzheitlichen Weg der einst auf Okinawa entstandenen Kampfkunst. Wir folgen einer Tradition der Kampfkunst, unbeeinflusst von modernen, wettkampfbedingten Veränderungen. Manchmal liest man, das alte Karate Okinawas  (Okinawa-Te) wäre ein Vorläufer der oftmals wettkampfbeeinflussten Versionen moderner Karaterichtungen. Dies ist natürlich ein Irrtum. Das alte Uchinadi bzw. Okinawa Te ist ein Original und bis ins kleinste Detail ausgefeilt. Es ist nicht im Schatten der Modernisierungen ausgestorben. Modernere Stile sind idR. eigenständige Abwandlungen des Originals und über die Zeit selbst zu Originalen geworden.

Erfolgreich gegangen, vereint Kampfkunst die Aspekte eines Lebensweges gepaart mit Selbstschutz, Achtsamkeit, mentaler und körperlicher Gesundheit, Alltagsausgleich und Spaß an kämpferischer Bewegung. Dies geschieht bei uns innerhalb einer sympathischen Gruppe, deren Mitglieder sich gegenseitig fördern und fordern. Angesichts der Ansprüche des modernen Alltags ist die Aneignung effektiver Kampftechniken, sowie die Ausbildung eines beweglichen, kräftigen und gesunden Körpers von unschätzbaren Wert. Hier erfahrt ihr mehr über uns.

Nach einer über Jahrhunderte dauernden Entwicklung, war das Karate auf Okinawa zu einer einzigartigen Kampfkunst heran gewachsen. Sie führt Entwicklungen zusammen, welche in mehreren asiatischer Gegenden (China, Japan, Okinawa…) stattfanden. Als Kampfkunst umfasst Karate nicht nur Block-, Stoß-, Schlag- und Tritttechniken für alle Distanzen, sondern auch Ausweich-, Wurf-/ Hebel und andere Manipulations- und Befreiungstechniken. Wohl dosierte Abhärtungsübungen und die kontrollierte Anwendung der Techniken (Bunkai) in Partnerübungen (Kumite) und an Schlagpolstern gehören ebenso zum Training, wie die gezielte Entwicklung der Beweglichkeit der Gelenke, der Koordinationsfähigkeit und der Muskulatur.  Karateprinzipien richtig in die Körperhaltung und -bewegung integriert, wirken automatisch gegen bestimmte Hebel-/ Wurf- oder Greifversuche des Gegners.

Anfänger sind stets willkommen und machen schnell Fortschritte. Man spürt die Veränderungen schon bald an sich selbst. Mehr und mehr entwickelt sich ein bewussteren Gefühl für Körper, Bewegung und Haltung. Fitness, feinste motorische Fähigkeiten, ein ausgeglicheneres Alltagsgefühl und verbesserte Selbstwahrnehmung bilden sich aus. Dazu macht das Training Spaß! Hier gelangt ihr zu Kontaktmöglichkeiten und Trainingzeiten.

Kobudo/ Kobujutsu, die Waffen des Karate. Das Kobudo ist das weit weniger bekannte Pendant zum Karate und bedeutet übersetzt   „alter Weg der Waffen“. Die Hauptwaffe und damit das wichtigste Trainingsgerät ist der Langstock (Bo – ca 183cm). Im Idealfall beginnt man das Karate- und das Kobudotraining zum selben Zeitpunkt, da sich beides miteinander ergänzt. Wenn eine gewisse Sicherheit im Umgang mit dem Bo erreicht wurde, widmet man sich zusätzlich dem Training mit den Eisengabeln (Sai). Diese beiden Waffenarten genügen, um zusammen mit dem Karatetraining einen symbiotischen Effekt zu erzielen. Körperbeweglichkeit, Flexibilität und Muskelkraft werden optimal fördert.

Die Hand ist nicht unbedingt „leer“. Das Kobudo wurde leider auf dem Weg der Kampfkunst nach Japan eher in den Schatten gestellt oder gänzlich vom Karate abgekapselt. So ist heute kaum mehr bekannt, dass Karate und Kobudo einst als zwei zusammenspielende Teile eines Ganzen entwickelt wurden. Beides ist tief ineinandergreifend verbunden, viele Botechniken sind im Karate enthalten. Häufig wird „Kara“ mit „leer“ im Sinne von nichts in der Hand zu haben übersetzt und gefolgert, dass Karate und (Kobudo-) Waffen nichts miteinander zu tun haben. Weit gefehlt! Diese Übersetzung verfehlt das Wesen dieses Zeichens. Es wird nämlich nicht das Zeichen für „leere Hände“ benutzt, sondern das Zeichen für „leerer Geist“. Mehr dazu.

die Waffen verbergen – Kakushi Buki

Das Training der Kobudowaffen hilft, ein fundiertes Verständnis und einen flexiblenund kräftigen Körper auch für die Karatetechniken zu entwickeln. Der Umgang mit Bo und Sai stärkt die für das Karate benögtigten Muskeln und ihren Tonus. Es stärkt die Gelenke, fördert die Flexibilität und optimiert gleichzeitig das Vermögen, die Karatetechniken und deren vielfältige Anwendungen einsetzen zu können. Das Training vor allem dieser zwei Waffen des Kobudo ist also ein perfekt angepasstes Gerätetraining für das Karate.  Hier gibt es mehr zum Kobudo.

Karate und Kobudo sind eins. Beide Kampfarten trainieren und teilen sich die gleichen motorischen Prinzipien. Aus diesem Grunde kommen auch in den waffenlosen Karateformen (Kata) und selbst in den grundlegensten Karateprinzipien Technikeigenschaften des Kobudo vor. Die dem Karate eigentümliche Art des Zurückziehens eines Arms während des Vorgehens des anderen Arms (das Hiki-Te) ist das wesentlichste Prinzip bei der fortgeschrittenen Version des Schlagens mit dem Bo. Erst wenn man am Bo zieht anstatt ihn zu drücken, beschleunigt er mit peitschenartiger Wucht. Der im Karate verbreitete Satz „Denke nicht an den vorstoßenden Arm, sondern an den sich zurückziehenden Arm“ rührt daher.
Viele Bo Techniken können auch als unbewaffnete Karatetechnik als Stoß, Schlag, Block, Hebel, Antihebel oder Wurf eingesetzt werden, wobei der Bo durch den Gegner bzw. dessen Arme ersetzt wird. Das Bewegungsmuster bleibt gleich. So stärkt man sich beim Ausführen von 100 Botechniken gleichzeitig auch 100 mal für Stöße, Würfe oder Hebel im Karate. Die Idee in der Ruhe vor jeder Bo Bewegung ist, den Bo durch die plötzliche Beschleunigung der folgenden Technik zu zerbrechen. Ähnlich rapide lassen sich die Techniken dann auch einsetzen, wenn man statt eines Bo einen Arm oder den Körper des Gegners gegriffen hat. Eine raffinierte Symbiose wurde geschaffen, die aber leider nur in wenigen Karatestilen fortgeführt wurde.

Mehr als nur Sport, viel mehr als Wettkampf. Vielen Menschen kommen Bilder laut schreiender und vor Anspannung bebender Athleten in den Kopf, wenn sie an Karate denken. Hierbei handelt es sich jedoch um einen modernen Abkömmling des alten Karate. Das alte Karate ist eine Kampfkunst, weit entfernt von Show oder Wettkampf.
Kampfsport als Wettkampfform und die alte Kampfkunst sind zwei ganz verschiedene paar Schuhe, haben sie doch geradezu gegenteilige Ansätze. Im Wettkampf gibt es Regeln, ebenen Hallenboden, Gewichts- und Altersklassen. Es gilt Schnelligkeit gegen Schnelligkeit oder Kraft gegen Kraft entsprechend fairer Kampfklassen und Techniken. Bei

Viele Techniken schützen die Nahdistanz

Bei einer im Wettkampf vorgeführten Kata  zählen äußerlich sichtbare Kraft und heroisch anmutende Haltungen. Kampfrichter sollen das Geschehen bewerten können. Im Falle von Show-Vorführungen, soll sich das Auge des Zuschauers erfreuen. Konträr dazu ist die reale Konfrontation zu sehen, die bei der ursprünglichen Entwicklung des Karate im Mittelpunkt stand. Keine Regeln, kein Verzicht auf Waffen, keine festgelegten Gewichts- oder Altersklassen, jede noch so kleine Bewegung oder auch „nicht-Bewegung“ ist wichtig. Nahezu alle Techniken zielen zu empfindlichen Körperregionen und wären im Wettkampf verboten. Es gilt die eigenen Aktionen, die Kraftentwicklung und Dynamik zu verbergen. Die Kraftentwicklung soll innerlich stattfinden, der Technik dennoch überraschende Effektivität verleihen. Lernten wir wettkampfbeeinflusst nur 2-3 Körperregionen (Kopf, Bauchmuskulatur) anzugreifen, dann nutzten wir 95% der Möglichkeiten, die uns die Kata anbieten überhaupt nicht.
Stimmt die Ausrichtung des Körpers im Stand wie in der Bewegung, dann wird man automatisch schwer zu manipulieren sein. Da diese Prinzipien nicht auf reiner Muskelkraft basieren, sind sie auch für Frauen sehr gut geeignet. Genutzt wird beispielsweise für nahezu jeden Bewegungsansatz die stets wirkende Schwerkraft. Im Gegensatz zur geläufigen Idee ist nicht das Beherrschen von Balance und Stabilität wesentlich, sondern das Beherrschen der Unbalance, welche uns im Shorin Ryu hilft, stets die Natur (Schwerkraft) für unsere Zwecke und gegen den Gegner zu nutzen. Der Einsatz von Techniken der Kampfkunst sollte jederzeit (laufend, stehend, sitzend, liegend) und auf jedem Untergrund möglich sein und nicht bestimmte (feste) Stände oder einen besonders muskulären oder aufgewärmten Körper voraussetzen. So trainieren wir nicht nur barfuß in Turnhallen, sondern auch beschuht im Freien.  Mehr zu den Prinzipien hier.


Bewusst entscheiden. Viele Karateka sind sich überhaupt nicht bewusst, dass sie ein wettkampforientiertes Karate trainieren. Sie trainieren, ohne Technik, Kata und Prinzipien zu hinterfragen und ohne an Wettkämpfen teil zu nehmen. Ist das moderne, wettkampforientierte Karate durchaus eine beeindruckende und eigenständige Kunst, so dient sie jedoch von den Anforderungen an den Körper her betrachtet, eher jüngeren Menschen. Auf dieser Webseite findet ihr eine Fülle von Informationen über uns, jedoch auch über die verschiedenen Formen des Karate, die sich im 20. Jh. entwickelten. Sich eine Orientierung zu verschaffen ist wichtig. Ansonsten findet man sich aufgrund des großen Angebots an wettkampfbeeinflussten Stilen idR. in einem solchen wieder, obwohl man gar nicht am Wettkampf interessiert ist. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Unklarheit bei den Trainierenden, auch die Trainer und Lehrer sind sich dessen manchmal nicht bewusst.

Körper und Geist werden durch die Vielfältigkeit der Bewegungen und des in praktische „Formen gepackten Wissens“ (Kata) in einer Tiefe angesprochen, wie es kein gewöhnlicher Sport und keine gewöhnliche Gymnastik zu leisten vermag. Wo man auch gerade ist, jederzeit kann man sich einzelne Übungen oder ganze Kata herauspicken und ausführen. So schaltet man kurzzeitig ab und macht einen Reset vom Alltag, dessen nachhaltige Wirkung nicht zu unterschätzen ist.
Im Hintergrund des Karate wird eine faszinierende Kultur spürbar. Die okinawanische Bevölkerung ist für ihre Vitalität und Langlebigkeit bekannt. Sich der Idee Kampfkunst und Kultur zu vebrinden verpflichtet fühlend, flochten die Okinawaner sogar Elemente der Kampfkunst in ihre traditionellen Volkstänze ein. Eine äusserst raffinierte Idee, die ich im Kapitel über die Geschichte des Karate beschreibe.
Übungen aus Yoga und Qi Gong finden ebenfalls Einzug in das Training. Zusammen mit speziellen Dehnübungen wirken wir den negativen Wirkungen unserer oftmals monotonen alltäglichen Haltungen entgegen. So bleibt der Körper beweglich und flexibel.
Nach einem hektischen Tag kann man so wieder runter kommen und beruflich bedingte, mangelnde körperliche Tätigkeit ausgleichen. Kampfkunsttraining ist bekannt dafür, einen konzentrierten und ausgeglichenen mentalen Zustand zu entwickeln. Im Alltag sind wir vielen Gelegenheiten ausgesetzt, die uns nachhaltig gedanklich belasten können. Aus der Aggressionsforschung weiß man, dass zur effektiven Ablenkung und Neutralisierung negativer Nachwirkungen von Ereignissen solche Sportarten am besten geeignet sind, die gleichzeitig körperlich und geistig fordern. Das Training geht auf positive Weise in das alltägliche Körpergefühl über. Dabei spielt das Alter keine entscheidende Rolle.

Kampfkunst schärft die Aufmerksamkeit für potentielle Gefahrensituationen und hilft, sie zu meiden oder sich sicherer zu positionieren. Prinzipien der Kampfkunst sollen in jeder Situation abrufbar sein. Über das Technische hinausgehend, sollte man feinfühlig sein, für das Gefahrenpotential verschiedenster Alltagssituationen. Dies erfordert wache Augen, einen geschärften und dennoch entspannten Geist. Anhand der vielfältigen Ausgangssituationen der Partnerübungen, lernt man die Möglichkeiten des Gegenübers kennen, welche sich aus der Distanz und Haltung ergeben. So kann man sich vorbereiten und Überraschungsmomente vermeiden, um selbst möglichst ohne Verzögerung zu reagieren, wann und wo es sein muss. Bis ins hohe Alter kann man mit Freude an der kämpferischen Bewegung trainieren und körperlich wie mental flexibel, gesund und achtsam bleiben. Karate wirkt also auch gegen die nicht körperlichen Angriffe, Gefahren und Belastungen des modernen Lebens schützend, gegen ihre negativen Wirkungen vorbeugend. Es entwickelt einen entspannten und ruhigen Geisteszustand, trotzdem man sich potentieller Gefahren bewusster wird. Man weiß, man hat sich so gut wie möglich vorbereitet. Mehr dazu im Kapitel „Kampfkunst-Lebenskunst“.

Unfaire Ausgangslage. Wir können davon ausgehen, dass uns ein Angreifer an Gewichtsklasse und äusserer Kraft überlegen ist. Die Lage erscheint daher für uns zunächst aussichtslos. Ansonsten würden wir nicht in das Opferbild des Angreifers passen. Aufgrund dieser zunächst unfairen Ausgangslage, sind wir darauf angewiesen, ausgetüftelte Tricks und Körpermotorik einzusetzen. Diese sind im alten Karate enthalten, jedoch fern aller Wettkampfregularien – ganz genau so wie die Situation, mit der wir uns konfrontiert sehen. Im 20. jhdt entwickelten sich viele Sprösslinge aus dem ursprünglichen Karate und verbreiteten sich abgewandelt erfolgreich um die ganze Welt. Mehr dazu bei den Vätern des modernen Karate.


Sich selbst schützen – Seichusen wird die senkrechte Linie (Augen, Kiefer, Nase, Hals, Herz, Solar Plexus, Genitalbereich) unserer empfindlichsten Körperpartien entlang unserer Körpermitte genannt. Karate richtig ausgeführt, tut mit jeder Haltung und Bewegung alles, um diese Linie im Stillstand aber auch in der Bewegung stets zu schützen. Hier sitzen Vitalpunkte, die, wenn getroffen, immer einen Treffereffekt erzielen. Viele andere Vitalpunkte, die in einer Trainingssituation gute Wirkung zeigen, sind bei einem unter Drogen oder einfach nur unter Adrenalin stehenden Gegner kaum mehr wirksam.

Karate lehrt uns den Zugang zu unserem Körper zu beherrschen. Wir wollen (ausser als Täuschung) keine Lücke entblößen, in die der Angreifer einfach vordringen könnte.
Wer Seichusen zu beherrschen lernt, versteht den Kern des alten Karate, erkennt den Sinn seiner Kata (Festgelegte bis zu 2 minütige Technikfolgen) und Haltungen und auch die dahinter stehende Lebensphilosophie. Mehr zu Enbusen, Seichusen und Kata hier.

 

 

 

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