Karate und Schwert

Analogie Gedan Barai Karate VS Schwert

Vergleich der Motorik – Karate Gedan Barai und Hiki Te mit Schwertparade. Beim Gedan Barai im Karate sieht man manchmal extreme Ausholbewegungen mit der Hand bis zur Schulter. Auch im Karate sollten wir vor dem Gedan Barai nicht weit ausholen, da die Ausholbewegung entgegen der Richtung ist, welche eigentlich benötigt wird. Für Anfänger sind weit ausholende Bewegungen zunächst besser nachzuvollziehen. Später sollten die Techniken unauffälliger und direkter, die Energie dafür im Körper erzeugt werden. Im Grunde holt nur der Unterarm aus. Der Ellbogen sollte seine Richtung auf dem Weg zum Zielpunkt jedoch nicht umkehren müssen. Sollte man eine Waffe (z.B. Kobudo: Sai) im Gürtel haben, würde diese mit der (kleinen) Ausholbewegung gezogen und direkt eingesetzt werden.

 


Analogie Renzuki Karate VS Schwert

Der Doppelfauststoß „Renzuki“ weist eine bemerkenswerte Analogie zu einer etwas unbekannteren Art des Schwertziehens auf. Man verbirgt dabei die Greifbewegung zum Schwertgriff (Tsuka) UND den Beginn der Klingenbewegung nach vorne. Dabei wird die rechte Hand nicht, wie oft üblich, seitlich zum Schwertgriff geführt, um es danach nach vorne zu ziehen. Dies würde die Zieh-/ Schnittbewegung für ein geübtes Auge (von vorne gesehen) viel auffälliger machen und mehr Zeit kosten. Zudem ergäbe sich ein 1-2 Rhythmus.

Um die Klinge möglichst unauffällig frei und nach vorne zu bekommen, bleibt Die rechte (eigentlich die „Ziehhand) Hand zunächst teilnahmslos hängen. Stattdessen schiebt die linke Hand die Saya (Schwertscheide) und damit natürlich auch die (noch verborgene) Klinge vor, in Richtung Gegner. Durch das Tsuba (Stichblatt) ist die linke Hand etwas verdeckt. Die Klinge nähert sich nun bereits „versteckt“ dem Gegner. Die rechte Hand macht nicht die typische winklige Greifbewegung, sondern nimmt in einer fließenden Bewegung den Schwertgriff auf einer geradlinigen Bahn (analog Zuki) auf und führt den Schnitt zuende. Dabei reißt die linke Hand die Saya zurück (Hikite). Die Klinge ist frei und hat bereits einiges an Weg in Richtung Ziel zurück gelegt.

Im Karate führen wir den Renzuki nicht wie zwei aufeinander folgende Zuki aus. Er soll in der Zeit ausgeführt werden, die normalerweise ein einzelner Zuki braucht. Der zweite Zuki bewegt sich dabei in und startet direkt aus einer Position vor der Körpermitte und nicht von der Hüfte aus. Diese Bewegung ist nicht nur analog des versteckten Ziehens des Schwertes, sondern eignet sich auch für weitere Techniken mit offener Hand.

 


Analogie Shuto (Uke) Karate VS Schwert

Auf den Karate Shuto „Uke“ bezogen, greift die rechte Hand zum Schwert. Dann übernimmt das Schwert selbst Bewegung und Endposition analog der Schwert-Hand im Karate.