Zanshin, Mushin & Co

„Response must be without conscious thought.“ – Kanryo Higaonna

 

Das Gerücht der leeren Hand. „Kara“-Te bedeutet „leere“ Hand. Das „Leer“ bezieht sich jedoch nur oberflächlich betrachtet darauf, nichts in den Händen zu haben. Das Zeichen für Kara deutet auf den zu entwickelnden Geisteszustand hin und wurde um 1935 eingeführt. Ein Gremium bestehend aus okinawanischer Lehrern, die das Karate auf der japanischen Hauptinsel verbreiten wollten, entschied die Benutzung des Zeichens flächendeckend einzuführen. Zuvor wurde das Kara hauptsächlich mit dem gleichklingenden Zeichen für „China“ benutzt. Da Japan um 1935 allem Chinesischen ablehnend gegenüber eingestellt war, konnten die okinawanischen Botschafter (u.a. Funakoshi Gichin) unmöglich das alte Zeichen weiter benutzen. Mehr dazu unten im Text.

Mushin. Das japanische Wort“Mushin” bedeutet „kein-Gedanke” oder „nicht Herz”. Es deutet eine Geisteshaltung an, die bezogen auf den Umgang mit einer Kata oder einer Anwendung erst nach ausgiebiger Übung eintritt. Es ist die Fähigkeit, die Bewegungen auszuführen, ohne dass sich Gedanken dazwischen schalten und so die blitzschnelle  Handlungsfähigkeit einschränken. Die Bewegungen sind durch viel Training derart tief in Fleisch und Blut übergegangen, so dass man die Aktionen oder Kata wie in einer Art bewegter Meditation ausführen kann. Die eigenen Bewegungen erfolgen präzise, schnell und als direkte Antwort auf die gegnerischen Aktionen – es ist als würde man kurz vorher fühlen, was gleich passiert und als wäre man vorbereitet. Man ist voll im Moment und an dieser Stelle sind wir bei der Philosophie (nicht der Religion) des Zen angelangt.

Zeigt er uns die Wahrheit oder trägt er die Last der Welt? Oder beides?

Der Moment. Das Leben findet in der Gegenwart statt. Die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft noch nicht existent. Natürlich beeinflusst uns die Vergangenheit und natürlich müssen wir an die Zukunft denken. Ausgeprägte Ängste oder stets allzu genaue Planungen können jedoch zu einem schädlichen Dauerstress führen. Denn das Leben/ die Zukunft lässt sich nur begrenzt voraus berechnen und absichern. Manche Firmen und Branchen machen sich jedoch unsere Furcht vor Ungewissheit oder zu geringer Absicherung zu nutze. Es ist eine große Lebenshilfe, das Vermögen auszubilden, sich in der Gegenwart nicht allzusehr von negativen Gedanken an die Vergangenheit oder Befürchtungen um die Zukunft beeinflussen zu lassen. Eine positive Lebenseinstellung ist anzustreben, die uns unseren immer auch mit Hürden bestückten Weg des Lebens mit einer heiteren Gelassenheit gehen lässt. An diese Philosophie erinnern mich die chinesischen Buddhafiguren, welche etwas über ihrem Kopf halten. Sie haben nur das Nötigste bei sich, sind von dicklicher Figur, man könnte sie fast als hässlich bezeichnen, würde man auf Äusserlichkeiten beschränkt sein und sie tragen das Gewicht (die Last) der Welt über ihrem Kopf. Jedoch lächeln sie mit eben dieser heiteren Gelassenheit, die vielen Menschen fehlt, jedoch der Gesellschaft gut tun würde. Erscheint einem jeden das eigene Päckchen und das eigene Glück als das schwerste und wichtigste, dann verankern sich Stress, Wettkampf, Hast, Neid, Druck, Egoismus und viele weitere negative Felder in der Gesellschaft aus. Viele machen da einfach mit, sie kennen es ja von Klein auf nicht anders. Manche Eltern erziehen ihre Kinder gezielt, andere unbewusst darauf hin, in der Gesellschaft nach oben kommen zu wollen und dabei keine Rücksicht auf andere zu nehmen. In der Kampfkunst geht es auch um persönliche Entwicklung. Wichtiger als wie der Sportwagen aussieht ist, was für eine Person ist der Fahrer. Leider definieren sich selbst viele über ihr Auto, ihr Haus oder ihren Schmuck anstatt sich selbst zu einem Menschen hin zu entwickeln, der ohne diese Äusserlichkeiten stark und zurfrieden ist und auch für die Mitmenschen etwas taugt. Werbung und Medien vermitteln zweifelhafte Schönheitsideale und falsche Vorstellungen dessen, was man braucht und was nicht. Ein Graus wäre es, würden die Menschen anfangen, mit weniger zufrieden zu sein, anstatt zu glauben, dass dies Auto oder das Haus noch fehle zum glücklich sein und unbedingt angeschafft werden muss. Ein endloser Kreis, der sich durch manches Leben zieht. Ein tiefsinniges Sprichwort lautet: „Niemand bekommt das schöne Haus mit der glücklichen Familie auf dem Berg am See – nichtmal der, der darin wohnt.“

Okinawa – Japanisch/ Chinesischer Garten.

Kata wird zum Teil des Karatekas. Schafft man es, sich von seinem Ego und dessen Gedankenbombardement zu lösen, kann man auch eine Kata ausführen, ohne dabei nachzudenken. Die Bewegungen können direkt und spontan erfolgen, ohne über den Ablauf oder die Ausführung nachdenken zu müssen. Man bleibt dann auch nicht an den zuletzt ausgeführten Techniken geistig „hängen“ und beurteilt sie im Geiste bzw. ärgert sich über eine vielleicht nicht so gut ausgeführte Technik. Man wird zur Kata und geht in ihr auf. Es kommen keine Gedanken auf wie „das war jetzt nicht gut oder das war jetzt gut”, „was kommt jetzt noch mal!?”, „ich kann nicht mehr”, „die nächste Technik ist schwierig”.

Ein Geist, der durch ablenkende Gedanken gestört wird, ist nicht mehr in der Lage, sich vollkommen der gerade stattfindenden Körperbewegung und Situation, also dem Moment hinzugeben. Ein Verlust der direkten Aufmerksamkeit und Effizienz der Techniken ist die Folge. Oftmals sieht man einem Kataausführenden sofort an, wenn sein Geist beginnt nicht mehr für den Moment richtig offen zu sein. Auswirkungen auf seine Haltung und Bewegung finden statt und der Fluss der Kata ändert sich.

Gleiches gilt für den Kampf. Im Kampf ist jedoch der leere Geist-Zustand sehr wichtig, denn man muss hier möglichst direkt und spontan auf das aktuelle Kampfgeschehen (den Moment) reagieren und sich den ständig schnell wechselnden Umständen anpassen können. Man darf sich nicht einfach zu Gedanken wie „als nächstes macht er vermutlich dieses oder jenes” verleiten lassen, sondern man muss ständig wach sein um alle vorhandenen Informationen nutzen zu können, die helfen, dass Geschehen zu beurteilen. Hier vermischt sich Mushin mit Zanshin.

Zanshin. Zanshin ist ein Zustand größtmöglicher wahrnehmender und erkennender Aufmerksamkeit, welcher vor, während und nach der Ausführung einer Handlung herrscht. Man ist sich seiner Umgebung und seines Gegners oder möglicher Gegner  bewusst und bereit, den Erfordernissen entsprechend zu agieren. Auf den Gegner bezogen möchte man nicht nur dessen Haltung und Handlung sehen, sobald sie stattfinden, sondern man möchte sich auch im Klaren sein, welche Möglichkeiten sich aus der eigenen derzeitigen Haltung oder Position ergeben oder auch anbieten. Man möchte in dem Moment bereit sein, in dem sich der Gegner für diese oder jene feindselige Handlung entscheidet und sofort angemessen reagieren können.

Ohne Zanshin kein Kampf. Jemand ohne Zanshin wird nicht spüren, wann ein Angriff unmittelbar bevorsteht oder beginnt. Die Informationen, wann und wie der Gegner wohl angreifen, werden dann nicht wahrgenommen werden. Wenn der gegnerische Angriff dann startet, wird man ohne Zanshin extra Zeit brauchen, um zu erkennen, was geschieht und zu entscheiden, wie man diesem Angriff am besten entgegnet. Dieses Extra an Zeit ist in einem Kampf nicht gegeben. Man wäre darauf angewiesen, dass der Gegner bei seinem Angriff einen Fehler macht um diesen dann ausnutzen zu können. Im schlimmsten Fall wird man vom gegnerischen Angriff völlig überrascht und überrumpelt. Dementsprechend sollte man diesen wachen Zustand trainieren, indem man ihn auch im Umgang mit Kata oder bei Partnerübungen vor, während und nach den Ausführungen einnimmt und aufrecht erhält. Am einfachsten läßt sich das durch ablenkende Gedanken unbeeinträchtigte Beobachten der Umgebung natürlich während einer körperlichen Ruhephase trainieren.

Kampfkunst – heil heimkehren. Zanshin auch bei sich zu haben, wenn kein Kampf in Aussicht ist, kann helfen Situationen zu verhindern, aus denen sich ein Kampf oder Unglück entwickeln könnte. Die meisten Unglücke geschehen weil Menschen mit allen möglichen Gedanken abgelenkt sind oder nicht mit Fehlern der anderen rechnen und somit potentielle Gefahren nicht erkennen. Der Strassenverkehr ist ein Beispiel. Viele Unfälle könnten vermieden werden, wären die Menschen wacher im Sinne des Zanshin unterwegs. Stelle ich mich so neben einen Ampelmast, dass mich ein von der Fahrbahn abkommendes Auto an den Mast quetscht oder stelle ich mich natürlicher Weise an eine sicherere Stelle? Man seine Umgebung mit einem “wachen” Geisteszustand wahrnehmen und kann lernen Gefahren zu spüren und zu meiden, ohne das es in eine Paranoia ausartet. Dann ist man wach im Moment und auf natürliche Weise sicherer unterwegs und spürt, was passiert, wenn der andere einen Fehler macht, unaufmerksam ist. All das ist Teil der Kampfkunst, denn es geht darum, irgendwann heil nach Hause zurück zu kehren.

 

Hoshin. Hand in Hand mit Zanshin geht das “Hoshin”. Es gibt Kata wie die Pinan Nidan (Heian Shodan), die sich sehr ausgiebig mit Gegnern beschäftigen, die direkt von hinten in den Rücken angreifen. Hier darf man nicht den eigenen Geist auf den aktuellen Gegner, den man gerade nach angegriffen hat beschäftigen, sondern muß ein Gespür für das, was sich hinter der eigenen Person abspielt entwickeln. Es gilt, sich Methoden anzueignen, wie man sich direkt, ohne die geringste Verzögerung nach 180 hinten umorientieren kann.

Es wird oft gesagt, nicht zu kämpfen und dennoch nicht zu verlieren, sollte das höchste Ziel des Kampfkünstlers sein. Die sicherste Form der Selbstverteidigung ist, nicht (mehr) da zu sein, wenn der Angriff kommt oder einen Konflikt gar nicht erst zustande kommen zu lassen. Zanshin hilft auch, Gefahren frühzeitig zu erkennen, vorgewarnt zu sein und sie möglicherweise gänzlich umgehen zu können. So gibt es Menschen, die eine Gefahr schon vorauszuahnen scheinen, obwohl andere Menschen zur selben Zeit nicht den Hauch einer Gefahr spüren. Erstere Menschen reagieren im kritischen Moment dann sehr viel angemessener als die anderen und werden nicht so leicht überrascht. Sie hatten ihr Umfeld einfach besser und umfangreicher wahrgenommen als andere. Eine Art 6. Sinn kann sich vielleicht als höheres Ganzes ausbilden, wenn man alle 5 natürlichen Sinne umfassend nutzt und einen klaren Kopf bewahrt.

Absichtsloses Handeln. Wenn jemand etwas nach einer Person wirft und diese ohne jeden Gedanken diesen Gegenstand fängt oder reflexartig ausweicht, dann hat diese Person “absichtslos gehandelt”. Die Handlung geschah nicht vom Bewusstsein gesteuert oder durch dieses initiiert. Die Handlung umging den Weg des Bewusstseins und kam daher natürlich und sehr schnell. Erst danach wird man sich meist bewusst, dass man gerade sehr schnell auf etwas Unvorhergesehenes reagiert hat. Weil sie “Zanshin” hatte, hat die Person den auf sich zu fliegenden Gegenstand erkannt, weil sie “Mushin” hatte, konnte sie dem Gegenstand „einfach” fangen oder ausweichen. Die Person hat eigentlich nur das „Selbstverständliche” getan.

Karate wird zum Reflex. Techniken durch unzählige Wiederholungen „in Fleisch und Blut” übergehen zu lassen, bedeutet die Techniken so beherrschen zu lernen, dass sie bei entsprechender Notwendigkeit spontan und natürlich ausgeführt werden können. Damit bedeutet die Wiederholung das schrittweise Erreichen des “absichtslosen Handelns”. Eine Absicht entsteht im Bewusstsein. Wir wollen uns nützliche Automatismen aneignen, die uns schützen und einen Kampf unterdrücken und beenden. Während man als Fahranfänger vor jedem Schalten nachdenken muss, läuft dieser Vorgang als fortgeschrittener Fahrer unbewusst und bei Bedarf ab. Solange man noch nachdenken muss, hat man weniger Zeit, sich auf das Notwendige zu konzentrieren. Nach dem Beherrschen des Ablaufs der Techniken folgt nach weiterem Training irgendwann ein gefühlsmäßiges verstehen dieser. Dann kann das bewusste Denken aufhören und der Kopf kann frei werden für das Wesentliche. Die Technikausführung kann dann vom Unterbewusstsein gesteuert erfolgen.

Karate wird spontan. Absichtsvoll (bewusst) eingesetzte Kraft offenbart dem Anderen das Ziel oder die Intention der Aktion. Das ist für trainierte Menschen genauso leicht zu lesen wie das Ausholen, was die Absicht eines Schlages verrät. Ist man ohne eigentliches Wollen und kommen die Aktionen spontan, erkennt der Gegner im Idealfall keine Zielsetzung oder Absicht. Spontane Aktionen lassen sich vom Gegner viel schlechter einordnen als solche, für die man sich vorher schon bewusst entschieden hat. Für den Samurai war es eine der grössten Herausforderungen, die “einfache” Bewegung des Ergreifens des Schwertgriffs gefolgt vom Schnitt derart absichtslos erscheinen zu lassen, dass diese erste Bewegung für das “Opfer” nicht bedrohlich erschien und es die Gefahr zu spät erkannte. Es ist bereits schwer, diesen Zustand beim Ausführen einer Kata zu erreichen, also ohne reale Bedrohung.  Noch viel schwieriger wird es aber, diese Fähigkeit dann auch im Kampf zu nutzen. Prinzipien wie das “absichtslose Handeln” und das “Wach sein im Jetzt” liegen auch dem Zen-Buddhismus zugrunde, aus diesem Zusammenhang rühren bekannte Zitate wie “Karate und Zen sind eins” oder “Schwert und Zen sind eins”.

Oft taucht in diesem Zusammenhang die Frage auf “Soll man nun auf “alles” vorbereitet sein?” Im Grunde sollte man auf “Nichts” vorbereitet sein. Dann wird man auf alles direkt, spontan und flexibel reagieren können. Sich in einem nicht planbaren Kampfverlauf der jeweiligen Situation anpassen zu können, ohne dabei Nachdenken zu müssen und nur das Notwendige oder Selbstverständliche zu tun, ist ein Indikator für den Fortschritt in der Kampfkunst. Das Notwendige oder Selbstverständliche beschreibt dabei die Aktionen, die helfen.

“Oka“ ist ein japanischer Begriff, welcher für die Fähigkeit benutzt wird, sich aus einer Art Vogelperspektive in der momentanen Situation wahr zu nehmen. Man verlässt im Geiste die Situation (das Wirrwarr der eigenen Lage) und steht damit gewissermaßen über der Situation. Man könnte dazu auch „Beobachterauge“ sagen. Der Begriff stammt vom Go Spiel und heißt dort „okame-hachimoku“ genannt. Das Gesamtbild der Situation wird deutlicher. Eine ausgezeichnete Taktik für das gesamte Leben, wenn man sie beherrscht.

Gichin Funakoshi. Funakoshi hat sich intensiv  mit den Zusammenhängen der Kampfkunst mit der buddhistischen Philosophie auseinander gesetzt. Auf sein Mitwirken hin wurden aus den Schriftzeichen für „To-De“ (China-Hand) die Zeichen, die wir heute mit „leerer Hand“ (Kara-Te) übersetzen. Wie Funakoshi jedoch selbst in seinen Büchern schreibt, meinte er den anzustrebenden, geistigen Zustand – nämlich den Kopf frei zu machen von störenden Gedanken. Hier tritt der Zen Philosophie Aspekt in Erscheinung. Die eigentliche Bedeutung des gewählten Zeichens für »leer« ist also philosophisch geprägt. Funakoshi schreibt in seinem Meistertext: »Form ist Leere, Leere ist die Form selbst. Das Kara des Kara-Te-Do hat eben diese Bedeutung«. Sich von störenden Gedanken bei Bedarf frei oder »leer« machen zu können, ist eine wichtige Eigenschaft im Leben sowie im Kampf.

Neben vielen anderen Möglichkeiten der Übung kann man die Kata, entsprechend ausgeführt, als ein Mittel für eine „bewegte“ Meditation hernehmen. Auf diese Weise ausgeführt, lernt man, auch in der Bewegung Ruhe (vor den eigenen Gedanken) zu finden. Die folgenden Zitate verdeutlichen den Zusammenhang der Geisteshaltungen mit dem Karate:

„Jemand, der die Leere Hand erlernt, muss einem Dinge reflektierenden klaren Spiegel oder einem Laute wiedergebenden leeren Tal gleich, das Innere seines Herzens frei bzw. leer machen, den eigenen Willen sowie schlechte Gedanken ablegen und ernsthaft das erforschen, was er empfängt. Das Schriftzeichen „Leer” der leeren Hand geht einmal hierauf zurück. Sein, das ist Leere. Leere, das ist Sein. Das Schriftzeichen „Leer” der leeren Hand geht ein anderes Mal hierauf zurück.”

“Jede Art von Unglück geschieht, weil der Mensch in der entsprechenden Situation nicht richtig konzentriert ist oder weil ihm die entscheidende Intuition fehlt, durch die er die Lage richtig einschätzen könnte. Durch die Übung des Karate kann man sich eine Haltung angewöhnen, in der man immer richtig konzentriert ist. Dies ist mehr oder weniger eine Sache der Übung, und jeder Mensch, der wirklich will, kann das lernen. Zuviel Denken und Grübeln über das Leben, über Verlorenes und über das, was hätte sein können, ist der schlimmste Feind für die Konzentration. Man sollte sich selbst betrachten und herausfinden, welches die wahren Ursachen für persönliche Fehlschläge jeder Art sind. Die Antwort liegt immer in einem selbst. Wenn man sicher sein will, daß alles mißlingt, braucht man nur immer unachtsam zu sein.”

„Wenn eine körperliche Auseinandersetzung unvermeidbar ist, zeige keine Absicht anzugreifen, lasse den Angreifer unvorsichtig werden. Genau in diesem Moment greife ihn an, die eigene Kraft gebündelt in eine Aktion auf empfindliche Körperstellen. Im Überraschungsmoment fliehe und suche Schutz oder Hilfe. Wie wichtig es ist, bei der einen Aktion gegen den Angreifer seine ganze Kraft einzusetzen und besonders genau zu treffen, kann nicht genug betont werden“

„Die Besonderheit des Karate liegt darin, daß Karate genau dann Karate ist, wenn man es nicht zum Wettkampf machen oder ökonomisieren kann. Das Wesen des Karate offenbart sich gerade dann, wenn man keine Schutzkleidung oder Wettbewerbe dafür schafft.“