Unsere Lehrer und wir

Shihan Oshiro (9. Dan)

Auch wir, die Lehrer des Oshiro Dojo Hamburgs haben (natürlich) Lehrer. Der Satz „Wer meint, etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden“ trifft auch in der Kampfkunst zu. Die alte Kampfkunst trainiert den Einsatz der Knochen und Gelenke bei optimierten Muskelgebrauch sowie natürliche Bewegungsmuster. So kann man lebenslang trainieren, ohne sich zu überbelasten oder auf eine kräftige Muskulatur angewiesen zu sein. Dennoch bildet und erhält die Kampfkunst, ihre spezielle Gymnastik und das Waffentrainig mit Bo, Sai und evtl. weiteren Gegenständen natürlich einen robusten und kräftigen Körper insgesamt.

Mit unseren Lehrern Sensei Roberto Romero (5. Dan) und Shihan Toshihiro Oshiro (9. Dan) haben wir das Glück, von Menschen begleitet und unterrichtet zu werden, die ihr Leben der Erforschung und Lehre des alten Karate der Shorin-Ryu Linie und des damit verbundenem Kobudo gewidmet haben. Aus dieser Linie heraus, wurden modernere Stile, wie das Shotokan Karate gebildet. Das Waffentraining wurde in den modernen Stilen nicht übernommen, obwohl die Bewegungen des Karate aus ihm mit entspringen und in ihm enthalten sind (beginnend bei der zur Hüfte/ Taille zurückzuziehenden Faust als Grundprinzip des Karate – Hiki-Te).
Shihan Oshiro Toshihiro (Bo Demo) wurde am 01.5.1949 in Haneji (Okinawa) geboren. Das vergessene „Geheimnis“ hinter den Kata des Karate, lehrt er, beginnt in der Beachtung der Mittellinie (Seichusen), wie man sich während der Kata im Raum entlang bewegt (Enbusen) und dem bewussten Einsetzen von Gamaku (effektiver Körpereinsatz, verbergen der Arm-/ Beintechniken) – Wichtige Prinzipien der Kampfkunst, welche in den modernen Karatestilen so nicht mehr zu finden sind. Das Vermögen des Lösens sämtlicher Gelenke im Körper und darauffolgend deren effektive Streckung sind wesentlich, nicht eine Art ganzkörperlicher Anspannung. Hier finden sich Antworten auf viele Fragen zur Kataanalyse. Warum gehen wir in den Kata mit vermeintlichen Blocktechniken vorwärts und nicht rückwärts? Warum fehlen (vermeintlich) nach Blocktechniken die Faustsöße? Warum drehen und wenden wir uns in den Kata um 90, 180, oder 270 Grad?
Daher sind moderne Kata oftmals eher zu Akrobatik- oder Fitnessvorführungen geworden, und lassen sich nicht mehr als Mittel zur Aneignung von kämpferischen Fertigkeiten nutzen. Zuviel Bedeutung wird den fertigen Ständen oder Endhaltungen einzelner Techniken gegeben, anstatt dem Wesen der Bewegung auf den Grund zu gehen. Wie ich von einer Endstellung in die nächste Stellung und Haltung gelange, ist die entscheidendere Frage.
Shihan Oshiro hatte das Glück, vom letzten Lehrer des Yamanni-Ryu und als einziger Langzeitschüler in diese eng mit dem Karate verbundene Kampfkunst eingeweiht zu werden. Da das Yamanni-Ryu auf Karatelegenden wie Matsumura Sokon und Tode Sakugawa zurück geht, konnte er auf diese Weise direkte Rückschlüsse auf ihr Karate ziehen. So kam es zu dieser uns faszinierenden Linie der Kampfkunst.

Sensei Romero

Sensei Roberto Romero ist sicherlich Shihan Oshiros talentiertester Meisterschüler und Stilvertreter für Deutschland. Als er den Wert des Wissens um diese Kampfkünste erkannte, entschloss er sich, sein Leben fortan ihrer Verbreitung zu widmen und gab seinen eigentlichen Beruf auf. Zuvor trainierte auch er jahrzehntelang Shotokan Karate in der Linie von Sensei Shirai. Roberto Romero und Shihan Oshiro geben mehrfach im Jahr Karate- und Kobudolehrgänge in ganz Deutschland. Auch bilden sie uns regelmässig in öffentlichen wie privaten Unterrichtseinheiten fort. Beide sind hier während eines Lehrgangs in Deutschland zu sehen: Video

Ein Video-Interview des „American Samurai“-Magazins mit Shihan Oshiro: Video

Auch wir praktizierten bereits bis zu 20 Jahre modernere Stile des Karate und anderer Kampfsportarten, bevor wir auf der Suche nach den Wurzeln, nach den offenbar verloren gegangenen Hintergründen des Karate, auf unsere Lehrer stießen. Bis dahin tauchten immer mehr Fragen auf, die Zahl der möglichen Antworten wurde immer geringer.
Ihr Können und die Plausibilität und Anwendbarkeit der Techniken überzeugten uns schnell, so dass die Suche ein glückliches Ende hatte. Shihan Oshiros Dynamik, Flexibilität und Leichtigkeit der Technik bei gleichzeitiger Effektivität sind unserer Meinung nach beispiellos. Das Wissen um die feine und ausgereifte, alte Motorik dieser Kampfkunst und um die Bedeutung hinter den Bewegungen ist beeindruckend.
Jedoch gehört sehr viel Training, Selbstreflexion und Schweiß dazu, will man sich diese faszinierende Form der kämpferischen Bewegung aneignen. Sie unterscheidet sich in fast sämtlichen Aspekten von den moderneren Ansätzen von Technik und Prinzipien. Gleichzeitig beinhaltet sie einen wertvollen Teil des okinawanischen Kulturvermächtnisses.
Wir sehen es als unsere Aufgabe an, das traditionelle okinawanische Shorin Ryu Karate und das Yamanni Ryu Kobudo und damit auch einen Teil der okinawanischen Kultur in Deutschland bekannt zu machen und denen, die daran teilhaben wollen eben dieses zu ermöglichen.
Viele Dojos in Deutschland verbreiten dieses Angebot bereits und sind hier zu finden.

 

Für die Oshiro-Dojo-Hamburg Abteilung des HTBU unterrichten Dienstags und Sonntags sowie nach Absprache auch in Hamburgs Parks oder an der Alster (siehe Trainingskalender):

 

Sensei Oliver Hofmann (Dojogründer)
(1. Dan Shorin-Ryu Karate, 1. Dan Yamanni-Ryu Kobudo, 2. Dan Shotokan Karate, Iaido – Gründer des Oshiro-Dojo-Hamburg)

vor dem Budokan in Okinawa

 

 

 

 

 

 


Sensei Gregory Garloff

(1. Dan Shorin Ryu Karate, 1. Kyu Yamanni-Ryu, 1. Kyu Shotokan Karate)

in den Kata verborgene Techniken

 

 

 

 

 

 

Freitags besteht zudem die Möglichkeit bei Sensei Carsten Kreher zu trainieren (1. Dan Shorin-Ryu Karate, 2. Kyu Yamanni-Ryu, Iaido – Schüler von R. Romero und O. Hofmann und Gründer des Oshiro-Dojo-Lüneburg)

im Freien trainiert es sich am effektivsten